Der Schauspieler Uwe Kockisch, bekannt als Commissario Brunetti in der ARD-Serie 'Donna Leon', ist am Montag im Alter von 81 Jahren in Madrid gestorben. Seine Agentur bestätigte den Tod unter Berufung auf seine Frau. Kockisch war eine Ikone des deutschen Fernsehens mit Rollen in beliebten Krimiserien.
Uwe Kockisch, geboren am 31. Januar 1944 in Cottbus, verstarb am Montag in Madrid. Seine Kindheit war von frühen Verlusten geprägt: Sein Vater fiel im Zweiten Weltkrieg. Als Jugendlicher versuchte er, aus der DDR über die Ostsee zu fliehen, scheiterte jedoch und saß mehrere Monate im Gefängnis. In einem Interview mit der 'Berliner Morgenpost' im Jahr 2010 beschrieb er diese Zeit: „Das war für mich wie ein Dauerschockzustand. Man tut ja nur, was einem gesagt wird, und hält den Mund. Man ist kein Subjekt mehr, man ist Objekt, man kann nicht mehr selbst entscheiden. Das hat mich ganz schnell reifen lassen.“ Dennoch betonte er: „Es betrifft mich heute nicht mehr.“
Nach einer Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch startete Kockisch in den 1970er-Jahren seine Filmkarriere. Er spielte über zwei Jahrzehnte am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und später kurz an der Schaubühne. Größere Bekanntheit erlangte er durch Fernsehrollen. Ab 2003 verkörperte er in der ARD-Krimireihe 'Donna Leon' den venezianischen Kommissar Brunetti, basierend auf den Romanen der Autorin Donna Leon. Er löste Joachim Król in der Rolle ab und drehte bis 2019. Die Serie, gedreht in der malerischen Kulisse Venedigs, war beim Publikum beliebt. Der letzte Fall, 'Donna Leon – Stille Wasser', am ersten Weihnachtsfeiertag 2019, erreichte 5,72 Millionen Zuschauer und 18,8 Prozent Marktanteil, trotz Konkurrenz durch die 'Helene Fischer Show'.
Zudem spielte Kockisch in der Serie 'Weissensee' den Stasi-Offizier Hans Kupfer. Die 24 Folgen, ausgestrahlt zwischen 2010 und 2018 im Ersten, beleuchteten das Leben einer ostdeutschen Familie.