Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat am Freitag seinen Rückzug als CDU-Spitzenkandidat erklärt. Grund sind widersprüchliche Angaben zu Telefonaten mit Bundeskanzler Friedrich Merz während des Stromausfalls Anfang Januar.
Die Senatskanzlei teilte mit, Wegner habe am 4. Januar mit Merz telefoniert und bereits am 3. Januar mit dem Bundeskanzleramt im Austausch gestanden. Das Kanzleramt widersprach dem und erklärte in einem Schriftsatz an das Verwaltungsgericht Berlin, es habe während des Stromausfalls kein persönliches oder telefonisches Gespräch gegeben.
Wegner hatte in der RBB-Sendung Abendschau am 5. Januar gesagt, er habe am Vortag mit dem Bundeskanzler gesprochen. Spätere Korrekturen der Bundesregierung im Mai bestätigten keine Telefonate am 3. Januar.
Unter anderem wegen dieser widersprüchlichen Angaben stand Wegner monatelang in der Kritik. Er bleibt als Regierender Bürgermeister im Amt, bis ein Nachfolger gewählt ist. Die CDU-Kreisvorsitzenden nominierten anschließend Stefan Evers als neuen Spitzenkandidaten.