Der Arbeitsplatz ist in Afrika der gefährlichste Ort für sexuelle Belästigung, so eine GeoPoll-Studie, die in Kenia, Nigeria, Südafrika und Ägypten durchgeführt wurde. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in diesen Ländern gab an, dies erlebt zu haben, wobei Frauen stärker betroffen sind. Dem Bericht zufolge sahen sich 51 Prozent der Teilnehmer am Arbeitsplatz einer solchen Belästigung ausgesetzt.
Ein neuer GeoPoll-Bericht zur Gleichstellung der Geschlechter hat ergeben, dass 51 Prozent der Teilnehmer aus vier Ländern sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren haben. Dies reicht von unangemessenen Worten und Gesten bis hin zu körperlichen Berührungen. Fast die Hälfte, also 47 Prozent der Befragten, gab zu, irgendeine Form einer solchen Belästigung erlebt zu haben. Frauen sind häufiger betroffen; 59 Prozent berichteten von entsprechenden Erfahrungen, verglichen mit 35 Prozent der Männer. Das geschlechtsspezifische Gefälle liegt damit bei 25 Prozentpunkten. Der Bericht betont, dass das Problem nicht nur Frauen betrifft, da auch jeder dritte Mann von Belästigung berichtete. Ein Haupthindernis ist das Ausbleiben von Meldungen. Während jede zweite Frau Belästigung erfährt, werden nur 30 Prozent der Fälle gemeldet. Gründe hierfür sind die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen und Zweifel daran, dass Konsequenzen folgen werden. Dies zeigte sich im vergangenen Jahr in einem Fall vor dem Nairobi Employment and Labour Court, bei dem die Entlassung eines Anwalts von Kituo cha Sheria für rechtswidrig erklärt wurde. Das Gericht ordnete eine Entschädigung in Höhe von 1,5 Millionen Shilling an, nachdem Anschuldigungen eines männlichen Mitarbeiters vorgebracht wurden, wonach dieser ohne Zustimmung als „baby boy“ und „boy lollipop“ bezeichnet worden war. Der Arbeitgeber hatte dem Betroffenen keine angemessene Möglichkeit zur Verteidigung gegeben.