Die Nationale Frauenkommission hat Tata Consultancy Services dafür verurteilt, sexuelle Belästigung nicht verhindert und keine ordnungsgemäßen Beschwerdesysteme in ihrem Büro in Nashik aufrechterhalten zu haben. Der Bericht der Kommission hebt einen weit verbreiteten Machtmissbrauch sowie religiöse Herabwürdigungen am Arbeitsplatz hervor. Neun Personen sehen sich im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen mit Anklagen konfrontiert.
Die Nationale Frauenkommission veröffentlichte ihre Ergebnisse am 11. Mai, nachdem ein Untersuchungsausschuss im April den TCS-Standort in Nashik besucht hatte. Das Gremium beschrieb einen Arbeitsplatz, an dem Führungskräfte junge Frauen angeblich mit sexueller Belästigung, emotionalem Druck und hindufeindlichen Kommentaren drangsalierten. Opfer sahen sich Berichten zufolge mit Hürden bei der Meldung von Vorfällen konfrontiert, da formelle Verfahren fehlten und Angst vor Vergeltungsmaßnahmen herrschte. Das 50-seitige Dokument wurde am 8. Mai dem Ministerpräsidenten von Maharashtra, Devendra Fadnavis, vorgelegt und enthält 25 Empfehlungen. Dazu gehören stärkere Beschwerdemechanismen, Arbeitsplatzgarantien für Beschwerdeführer sowie zusätzliche Anklagepunkte gemäß dem Bharatiya Nyaya Sanhita wegen Machtmissbrauchs. Die Polizei hat neun Strafanzeigen (FIRs) wegen mutmaßlicher Vergewaltigung, Belästigung und erzwungener Konversionen registriert, was zu neun Festnahmen führte. Eine der Beschuldigten, Nida Khan, wurde nach ihrer Verhaftung am 7. Mai für 14 Tage bis zum 24. Mai in Untersuchungshaft genommen. Die Kommission nannte drei Männer als Haupttäter, die angeblich von der lokalen Personalleiterin Ashwini Chainani geschützt wurden.