Nach ersten Anzeichen einer Verlangsamung Ende 2025 ist der Immobilienmarkt in Buenos Aires Anfang 2026 zum Stillstand gekommen, wie der Immobilienentwickler Miguel Chej Muse berichtet. Die Zahl der Hypotheken ist den vierten Monat in Folge rückläufig. Angesichts der restriktiven Kreditvergabe bieten die Preise Kaufgelegenheiten, während der Mietmarkt weiterhin aktiv bleibt.
Der Immobilienentwickler Miguel Chej Muse beschrieb den Markt in Buenos Aires als in einer Übergangsphase der Verlangsamung befindlich, nachdem das Jahr 2025 noch Rekorde verzeichnet hatte. Erste Warnsignale, wie der Rückgang der notariellen Beurkundungen um 8,8 % im November, hätten sich bestätigt. „Wir kommen aus einem sehr guten Jahr 2025… aber der Trend hat sich schnell umgekehrt“, sagte er und wies auf das sinkende Volumen der Beurkundungen bis Anfang 2026 hin. Die Zahl der Hypotheken ist vier Monate in Folge gefallen: „Wir sind bereits beim vierten Monat in Folge mit Rückgängen… das ist wirklich entmutigend“, fügte er hinzu. Als Gründe nannte er die geringe Zahl kreditfinanzierter Abschlüsse, strengere Bonitätsprüfungen der Banken und Zinssätze von 15 bis 18 %, die den vorherigen Aufschwung gestoppt hätten. Die Verzögerung bei Hypotheken wirke sich drei bis fünf Monate später auf die Verkaufszahlen aus und schüre Unsicherheit. Trotz der Herausforderungen bestehen weiterhin Chancen: Die Quadratmeterpreise von 1.800 bis 1.900 Dollar hinken der Wertentwicklung des Dollars hinterher. „Es ist eine gute Gelegenheit, eine schöne Wohnung zu kaufen, denn in ein paar Jahren wird sie deutlich teurer sein“, riet Muse. Der Mietmarkt sei mit 14.000 Angeboten robust; die Mieten liegen 30 % unter der jüngsten Inflation (trotz Lohnrückständen), was eine Bruttorendite von über 6 % ergibt. Vermieter priorisieren zuverlässige Mieter gegenüber maximalen Gewinnen. „Es ist ein reifes Verhältnis zwischen beiden Seiten… man versucht, gemeinsam eine funktionierende Lösung zu finden“, fasste er zusammen.