Die Kenya Conference of Catholic Bishops (KCCB) hat angesichts der mangelhaften Umsetzung vor der Wiedereröffnung der Schulen am 27. April eine dringende Überprüfung des lehrplanbasierten Bildungssystems (CBE) gefordert. Erzbischof Philip Anyolo warnte davor, Lernende als Subjekte laufender Experimente zu behandeln.
Die Kenya Conference of Catholic Bishops (KCCB) äußerte sich am 16. April gegenüber der Presse und warnte, dass die aktuelle Einführung des lehrplanbasierten Bildungssystems (CBE) das Risiko berge, Lernende zu dauerhaften Versuchskaninchen zu machen. „Wir können unsere Kinder nicht in einem ständigen Modus des Experimentierens belassen. Die Regierung verfügt über das gesamte nötige technische Fachwissen, lokal wie international, um die Implementierung des CBE schon lange vor der Einführung hätte optimieren können“, sagte Philip Anyolo, der Erzbischof von Nairobi. Die Bischöfe forderten das Bildungsministerium dazu auf, ein sektorübergreifendes Expertenteam zu bilden, um das CBE landesweit zu bewerten, neu zu gestalten und zu optimieren. Das CBE wurde mit dem Versprechen eingeführt, praktische Fähigkeiten, Kreativität und kritisches Denken zu fördern, doch seine Einführung hat große Mängel in der Planung, Gestaltung und Finanzierung offenbart. „Wie wir inzwischen wissen, erfordert das CBE mehr Lehrer, Ausrüstung und Finanzierung“, erklärten die Bischöfe und wiesen darauf hin, dass es vielen Schulen an ausreichend Lehrkräften, Lehrbüchern, Laboren und Infrastruktur mangele. Schüler der 10. Klasse sahen sich im ersten Semester unter dem System, das den 8-4-4-Lehrplan ersetzte, mit diesen Problemen konfrontiert. Die Kirche äußerte zudem ihre Besorgnis über die schwindende Rolle der Schulträger unter dem CBE. „Die rechtmäßige Rolle der Schulträger sollte garantiert werden, damit wir ethische und wertorientierte Inhalte im Bildungssystem verteidigen können. Wir äußern ernsthafte Bedenken, dass es Bestrebungen gibt, die Rolle der Schulträger zu untergraben und zu verringern“, hieß es. Die katholische Kirche fördert in Kenia fast 7.700 Schulen, darunter über 5.000 Grundschulen, 1.700 weiterführende Schulen sowie mehr als 200 Einrichtungen für frühkindliche Erziehung (ECD) und Berufsbildung (TVET). Präsident William Ruto hat eine verstärkte Einstellung von Lehrkräften und den Bau neuer Klassenzimmer zugesagt, um die Herausforderungen zu lindern.