Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Ende der Kampfhandlungen im Südlibanon gefordert. Er ermutigte zu direkten Friedensgesprächen mit der libanesischen Regierung und forderte die Hisbollah zur Waffenabgabe auf. Außenminister Johann Wadephul begrüßte zudem bevorstehende Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte in einem Telefonat mit Benjamin Netanjahu ein Ende der Kämpfe im Südlibanon. "Die Kampfhandlungen im Süden des Libanon zu beenden", sprach sich Merz aus, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Die Hisbollah müsse ihre Waffen niederlegen, und Netanjahu solle direkte Friedensgespräche mit der libanesischen Regierung aufnehmen.
Merz äußerte zudem große Sorge über die Entwicklungen in den palästinensischen Gebieten. Eine faktische Teilannexion des Westjordanlands dürfe es nicht geben, wo rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler leben, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) begrüßte nach einem Gespräch mit seinem libanesischen Amtskollegen Jussef Raggi die für Dienstag in Washington geplanten Verhandlungen auf Botschafterebene. Diese könnten "ein wichtiger erster Schritt" sein, "in der beides geachtet wird: Israels legitime Sicherheitsinteressen und Libanons Recht auf territoriale Integrität und Souveränität", sagte er. Die Hisbollah-Angriffe auf Israel müssten aufhören, die israelische Armee Zivilisten und Infrastruktur schützen.
Deutschland stellte weitere 45 Millionen Euro humanitäre Hilfe für Vertriebene im Libanon bereit. Die libanesische Präsidentschaft will eine Waffenruhe mit der Hisbollah aushandeln, Israel fordert deren Entwaffnung.