Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen in Berlin den Interimspräsidenten Syriens, Ahmed al-Sharaa, zu dessen erstem Besuch in Deutschland. Die Gespräche drehen sich um die Rückführung syrischer Flüchtlinge und den Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg gezeichneten Landes. Parallel finden in Berlin Proteste statt.
In Berlin treffen sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Ahmed al-Sharaa, dem Interimspräsidenten Syriens. Es handelt sich um den ersten offiziellen Besuch al-Sharaas in Deutschland. Der Termin wurde ursprünglich für Januar geplant, musste aber wegen erneuter Gewaltausbrüche in Syrien verschoben werden.
Die Gespräche konzentrieren sich auf die Rückführung syrischer Flüchtlinge und den Wiederaufbau des Landes. Rund 940.000 syrische Staatsangehörige leben derzeit in Deutschland. Die UN berichtet, dass etwa 90 Prozent der syrischen Bevölkerung in Armut leben, und die Weltbank schätzt die Wiederaufbaukosten auf über 200 Milliarden Dollar.
Neben den politischen Treffen ist ein Gespräch mit deutschen Wirtschaftsvertretern vorgesehen. Al-Sharaa, ehemaliger Führer der islamistischen Miliz HTS, bemüht sich seit Amtsantritt um die Wiederannäherung an westliche Staaten.
Zur selben Zeit erwarten die Behörden in Berlin mehrere Proteste mit Tausenden Teilnehmern. Die kurdische Gemeinde in Deutschland fordert vom Bund eine verbindliche Zusage zum Schutz von Minderheiten. Dies knüpft an Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen gegen al-Sharaa an. Die Lage in Syrien gilt weiterhin als instabil.