Lien Estrada berichtet, dass junge Leute aus dem kubanischen Projekt «El 4tico» in Holguín festgenommen wurden. Sie hebt die Risiken kritischer Arbeit in Kuba hervor und stellt sie im Kontrast zu globalen Bemühungen um Meinungsfreiheit.
Lien Estrada teilte in ihrem Tagebucheintrag, der auf Havana Times veröffentlicht wurde, mit, dass sie über soziale Medien von der Festnahme junger Menschen erfahren hatte, die am Projekt «El 4tico» beteiligt sind, auch bekannt als «das kleine Zimmer». Diese Gruppe, ansässig in Holguín, Kuba, produziert kritische audiovisuelle Beiträge, und Estrada hat kürzlich einen davon kommentiert. nnEstrada äußert tiefe Besorgnis darüber, dass in Kuba Aktivitäten wie das Teilen abweichender Meinungen schnell zu Gefängnisstrafen führen. Sie beschreibt eine allgegenwärtige Atmosphäre der Angst und vergleicht sie mit den ersten Jahren der Revolution von 1959, als Exekutionen und summarische Prozesse üblich waren. «Unter dem Schatten von Geistern zu leben, die so handeln, ist abstoßend, bitter und demütigend», schreibt sie und bezieht sich auf den Verlauf der Zeit unter Bedingungen materieller und geistiger Misere. nnSie kontrastiert dies mit internationalen Fortschritten in Inklusivität und Bildung, die Kinder von klein auf ermutigen, Ideen auszudrücken. In Lateinamerika drehen sich die Diskussionen beispielsweise darum, freie Meinungsäußerung zu fördern, während in Kuba diejenigen, die von der Linie der Kommunistischen Partei abweichen, ins Gefängnis kommen. Estrada fragt sich, welche Art von Bürgern die kubanische Regierung schaffen will, und erwähnt die Massenemigration von Kubanern, die Risiken auf See oder an Grenzen lieber eingehen, als in dem zu bleiben, was sie die «Heimat aller» nennt, das sie aber als exklusiv für die Castros empfindet. nnDie Festnahme hat Empörung ausgelöst, zu Protesten in sozialen Netzwerken und familiären Diskussionen geführt. Estrada betont die Wichtigkeit, Apathie zu vermeiden, und vertraut auf eine günstige Lösung, fordert die Regierung auf, den übermäßigen Einsatz von Gefängnissen auf der Insel zu überdenken. «Es kann nicht so viele Gefängnisse auf einer Insel geben», stellt sie fest und lehnt die Vorstellung ab, dass Kuba ein ewiges Gefängnis bleiben könne.