Der slowenische Skispringer Domen Prevc hat seinen ersten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee errungen und damit das deutsche Warten auf einen Triumph auf 25 Jahre verlängert. Im Finale in Bischofshofen sprang er auf Rang zwei und sicherte sich den goldenen Adler.
Domen Prevc feierte in Bischofshofen seinen überlegenen Triumph bei der 74. Vierschanzentournee. Der 26-jährige Slowene, Skisprung-Weltmeister und Weltrekordhalter, trat in die Fußstapfen seines Bruders Peter, der vor genau zehn Jahren siegte. Prevc erhielt den goldenen Adler aus den Händen des Tagessiegers Daniel Tschofenig aus Österreich und reckte ihn stolz seinen Fans entgegen.
„Es ist ein ganz besonderer Moment. Ich bin total überwältigt von diesen ganzen Emotionen“, sagte Prevc nach dem Finale. Zu seinen Feierplänen: „Jetzt trinke ich echt mal ein Glas Bier. Danach werden meine Feierlichkeiten sein, so viel Schlaf wie möglich zu haben.“ Der letzte deutsche Gesamtsieger Sven Hannawald lobte: „Er hat sich mit Bravour durchgesetzt. Am Ende siehst du in seinem Gesicht, dass eine Befreiung rauskommt.“
In eisiger Kälte sprang Prevc 138 und 138,5 Meter auf der Paul-Außerleitner-Schanze und beendete als Tageszweiter hinter Tschofenig letzte Zweifel an seinem Coup. Das Tagespodium komplettierte der Japaner Ryoyu Kobayashi. Gesamt siegte Prevc vor den Österreichern Jan Hörl und Stephan Embacher vor 12.500 Zuschauern. Er erhält 100.000 Euro Preisgeld.
Die deutschen Springer blieben in Nebenrollen: Felix Hoffmann wurde in Bischofshofen Zehnter (gesamt Sechster), Philipp Raimund Zwölfter (gesamt Achter). Raimund, krank und angeschlagen, klagte: „Ich fühle mich absolut beschissen. Mich hat es wirklich zerlegt heute Morgen.“ Hoffmann litt unter einem lädierten Knie. Der scheidende Bundestrainer Stefan Horngacher muss sein Team für die Skiflug-WM in Oberstdorf und die Olympia in Italien fit machen.
Prevc dominierte von Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen an. Raimund schwärmte: „Er hat ein Fluggefühl, von dem kann ich nur träumen, das macht er unglaublich schön.“ Seine Schwester Nika glänzt im Frauen-Weltcup. Die Tournee war wahrscheinlich die letzte nur für Männer; nächstes Jahr stoßen Frauen mit Flutlicht am Bergisel hinzu.
Einstige Stars wie Andreas Wellinger und Karl Geiger kämpfen um Weltcup-Plätze. Wellinger: „Aktuell haben wir zu viele, die vor dem zweiten Durchgang ausscheiden. Das ist die nüchterne Realität.“ Für Olympia gibt es nach Hoffmann und Raimund nur zwei weitere Plätze.