Der slowenische Skispringer Domen Prevc hat das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen klar gewonnen und seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut. Vor 22.000 Zuschauern siegte er mit Sprüngen auf 143 und 141 Meter vor den Österreichern Jan Hörl und Stephan Embacher. Im Hintergrund sorgten haltlose Vorwürfe norwegischer Medien gegen eine Bindung des Österreichers Manuel Fettner für Aufregung.
Domen Prevc zeigte auch beim zweiten Wettbewerb der Vierschanzentournee 2025/26 seine überlegene Form. Am Neujahrstag sprang der 26-Jährige auf der Großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen auf 143 und 141 Meter und gewann mit einem Vorsprung von mehr als 15 Punkten vor Jan Hörl. Stephan Embacher komplettierte das Podium als Dritter. Die besten Deutschen, Felix Hoffmann und Philipp Raimund, landeten auf den Plätzen sechs und sieben mit soliden Leistungen, darunter 134 und 136 Meter für Hoffmann sowie 134 und 135 Meter für Raimund. Bundestrainer Stefan Horngacher war zufrieden: „Mit sechs und sieben können wir zufrieden sein.“
In der Gesamtwertung führt Prevc nun mit rund 35 Punkten (ca. 20 Metern) vor Hörl, während Hoffmann Vierter und Raimund Sechster ist. Die Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger verpassten erneut den Finaldurchgang und landeten auf den Plätzen 32 und 33. Wellinger kommentierte: „Das Fazit ist nicht gut, nicht schlecht. Von der Sprungqualität her habe ich gedacht, dass mehr rauskommt.“ Er fügte hinzu: „Aktuell haben wir zu viele, die vor dem zweiten Durchgang ausscheiden. Das ist die nüchterne Realität.“
Neben dem sportlichen Geschehen sorgte eine Kontroverse für Schlagzeilen. Norwegische Medien wie das „Dagbladet“ veröffentlichten ein Foto der Bindung von Manuel Fettner und spekulierten über Illegalität. Der FIS klärte schnell auf: Die Bindung ist seit etwa zehn Jahren genehmigt und an Fettners speziellen Schuh angepasst, ohne Vorteil. Trainer Andi Widhölzl erklärte: „Diese Änderung war notwendig, damit es überhaupt funktioniert für seinen Schuh. Es gibt keinen Vorteil.“ Karl Geiger kritisierte die Vorwürfe: „Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man selbst betrogen hat und das dann anderen unterstellt. Das ist nicht unbedingt die beste menschliche Art. Das gehört sich einfach nicht.“ Dies zehn Monate nach dem norwegischen Anzugsskandal in Trondheim.
Der Slowene Timi Zajc wurde erneut wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert und erhielt eine Rote Karte, die ihn die nächsten beiden Springen in Innsbruck und Bischofshofen kostet. Geiger dazu: „Es kann passieren, aber wenn es das zweite Mal in Folge passiert, muss ich sagen: das darf nicht passieren.“ Auch Norweger wie Halvor Egner Granerud wurden disqualifiziert. Prevc könnte als Vierter nach Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi alle vier Tourneesprünge gewinnen. Nächster Halt: Qualifikation in Innsbruck am Samstag.