Am Sonntagabend wurde am Bremer Flughafen eine Drohne gesichtet, was den Flugverkehr für rund 45 bis 60 Minuten unterbrach. Einzelne Flüge mussten umgeleitet oder verzögert werden. Ähnliche Vorfälle häufen sich in Europa, darunter Sichtungen über einer Nato-Basis in Belgien.
Der Flugverkehr am Bremer Flughafen kam am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr zum Stillstand, nachdem eine Drohne in unmittelbarer Nähe des Geländes entdeckt wurde. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass die Flugsicherung in Absprache mit der Bundespolizei den Start- und Landebetrieb vorübergehend einstellte. Der Betrieb wurde um 20.22 Uhr wieder aufgenommen, was eine Unterbrechung von fast 45 Minuten oder rund einer Stunde bedeutet.
Betroffen waren unter anderem ein Flug von London nach Bremen, der nach Hamburg umgeleitet werden musste, sowie eine Maschine von Bremen nach London, die nicht rechtzeitig starten konnte, wie das Regionalmagazin buten un binnen berichtet. Die Polizei gibt an, dass unklar ist, wer die Drohne steuerte und woher sie kam.
Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Drohnensichtungen ein. Am Freitagabend wurde der Betrieb am Berliner Flughafen BER für knapp zwei Stunden unterbrochen, und Anfang Oktober kam es zu einer ähnlichen Störung am Flughafen München. In Belgien wurden am Wochenende mehrfach Drohnen über der Nato-Militärbasis Kleine-Brogel gesichtet. Am Sonntagabend entdeckten Militär und Polizei vier Drohnen, die ein Polizeihubschrauber verfolgte, bis sie nördlich in Richtung Niederlande verschwanden, berichtet die Agentur Belga unter Berufung auf Bürgermeister Steven Matheï.
Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken schrieb auf X zu früheren Sichtungen in der Nacht zum Sonntag: »Größere Modelle in größerer Höhe. [...] Keine gewone overvlucht maar duidelijke opdracht mit Kleine Brogel als onderwerp.« Ein Störsender erwies sich als wirkungslos, und Verfolgungen scheiterten. Francken kündigte ein Treffen mit der Polizei an, um die Bedrohung zu analysieren. Die Nato verweist auf belgische Behörden. Am Samstagabend wurde zudem eine Drohne über dem Flughafen Antwerpen gesichtet.
Drohnen stellen ein Sicherheitsrisiko dar, da sie Starts und Landungen gefährden können. Sie sind in einem Radius von 1,5 Kilometern um Flughäfen verboten. In anderen Ländern wie Dänemark, Polen und Norwegen wurden ähnliche Sichtungen gemeldet, teilweise als russische Drohnen identifiziert.