Dramatic illustration of Air Force One in flight with intercepted signals reaching German BND station, showing Obama on a call and surveillance screens.
Dramatic illustration of Air Force One in flight with intercepted signals reaching German BND station, showing Obama on a call and surveillance screens.
Bild generiert von KI

Bundesnachrichtendienst hörte Obama ab

Bild generiert von KI

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Angaben des Journalisten Holger Stark den damaligen US-Präsidenten Barack Obama abgehört, indem er Gespräche aus der Air Force One mithörte. Die Operation nutzte Schwächen in der Verschlüsselung und lief mehrere Jahre, bis das Kanzleramt sie 2014 stoppte. Der BND kommentiert die Vorwürfe nicht.

Der Journalist Holger Stark enthüllte in einem Podcast des «Bild»-Vizes Paul Ronzheimer, dass der BND Barack Obama abhörte. Der Geheimdienst machte sich die schwierigere Verschlüsselung von Gesprächen aus dem US-Regierungsflugzeug zunutze. «Deswegen haben die Amerikaner immer mal wieder auch Gespräche geführt, die entweder schlecht verschlüsselt waren, wo es Lücken gab, oder die gar nicht verschlüsselt waren», sagte Stark. Der BND kannte rund ein Dutzend Frequenzen, die Air Force One für Telefonate nutzte, und hörte diese ab.

Es gab keinen offiziellen Spionageauftrag. Die Mitschriften der Obama-Telefonate wurden ordentlich transkribiert und nur in einer Kopie im BND zirkuliert, die anschließend geschreddert werden sollte. «Davon wusste das Kanzleramt lange Zeit gar nichts.» Die Abhörungen waren nicht regelmäßig, sondern opportunistisch: Wenn Mitarbeiter Aktivität auf den Frequenzen bemerkten, schnitten sie mit. «Es war autorisiert vom BND-Präsidenten, der es hätte stoppen können», erklärte Stark. Auch Gespräche der US-Außenministerin Hillary Clinton und amerikanischer Militärs wurden abgehört. «Das war für den BND einfach zu verlockend, da mitzuhören und damit auch einen kleinen Blick in die Gedankenwelt der amerikanischen Führung zu werfen.»

Der Vorfall gewinnt durch den Kontext an Relevanz: 2013 wurde bekannt, dass der US-Geheimdienst NSA das Mobiltelefon von Kanzlerin Angela Merkel abhörte. «Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht», reagierte Merkel. Obama wirkte peinlich berührt, und beide bemühten sich um bessere Beziehungen. Das Kanzleramt stoppte die Überwachung der US-Präsidentenmaschine 2014, nach mehreren Jahren. Unklar ist, wann sie begann – möglicherweise unter George W. Bush. Die Erkenntnisse flossen in allgemeine Einschätzungen zur US-Haltung ein, die ans Kanzleramt gingen, ohne Quellenangabe.

Stark veröffentlichte die Details in seinem Buch «Das erwachsene Land. Deutschland ohne Amerika - eine historische Chance». Die Existenz einer Mappe mit Mitschriften wurde erstmals 2014/2015 im BND-Untersuchungsausschuss erwähnt. Das Kanzleramt ordnete Stopp und Löschung an, doch der BND hielt die Obama-Operation geheim. Der BND äußerte sich nicht: «Der Bundesnachrichtendienst nimmt zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung.»

Verwandte Artikel

German Chancellor Friedrich Merz delivering a speech criticizing the US social climate at an event in Würzburg.
Bild generiert von KI

Merz criticizes social climate in the United States

Von KI berichtet Bild generiert von KI

Chancellor Friedrich Merz used unusually clear words about the situation in the United States at the Katholikentag in Würzburg. He expressed doubts about education or work there for his children.

Leading German business associations warn of the consequences of unpredictable US policy on transatlantic data transfers. A failure of the EU-US Data Privacy Framework would plunge companies into chaos and legal uncertainty. Holger Lösch from the BDI stressed the essential need for reliable data traffic.

Von KI berichtet

Bundestag committees are set to approve the procurement of combat drones for the Bundeswehr next week. Despite concerns over quality, price, and US investor Peter Thiel's involvement, Defense Committee Chairman Thomas Röwekamp advocates for quick awarding. Defense Minister Boris Pistorius shares the concerns and calls for clarification on Thiel's influence.

The German government has temporarily relocated the staff of its embassy in Tehran. The reason is the escalating threat situation due to ongoing US and Israeli attacks on Iran. The embassy's reachability remains ensured.

Von KI berichtet

Chancellor Friedrich Merz criticized internet anonymity at an event in Trier and demanded real names. He warned of the dangers of artificial intelligence to free society and advocated restrictions on social media for minors.

German Chancellor Friedrich Merz urged Israeli Prime Minister Benjamin Netanjahu in a phone call to end the fighting in south Lebanon. He encouraged direct peace talks with the Lebanese government and called on Hezbollah to lay down its arms. Foreign Minister Johann Wadephul welcomed upcoming talks between Israel and Lebanon.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen