EU-gefördertes Programm macht Wasserhyazinthe zu Chance für ägyptische Frauen

Die Europäische Union hat am Weltwassertag 2026 das Programm „Ward El Kheir“ gestartet, das ägyptische Frauen schult, invasive Wasserhyazinthe aus Nilkanälen in umweltfreundliche Handwerksprodukte wie Körbe und Lampenschirme umzuwandeln. Die Initiative verwandelt eine Umweltplage in potenzielle Einkommensquellen für die Teilnehmerinnen.

Entlang ruhiger Kanäle, die vom Nil in Ägypten abzweigen, schwimmen dicke Büschel Wasserhyazinthe an der Oberfläche, lange als Plage betrachtet, die Bewässerungskanäle verstopft und Bauern behindert. Nun verändert das von der EU unterstützte Programm „Ward El Kheir“ das für eine Gruppe ägyptischer Frauen, indem es die schnell wachsende Pflanze in umweltfreundliche handgefertigte Körbe, Lampenschirme und Dekorationsartikel umwandelt und neue Fähigkeiten sowie Einkommensquellen fördert. Es wurde bei einer Veranstaltung zum Weltwassertag 2026 vorgestellt, die von der EU-Delegation in Ägypten und dem ägyptischen Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung organisiert wurde. > „Ich habe Wasserhyazinthe in den Kanälen gesehen... aber ich hätte mir nie vorgestellt, dass ich sie in die Hände nehmen und etwas Nützliches daraus machen würde. Ehrlich gesagt, hatte ich sogar Angst, sie anzufassen“, sagte Rania Basyouny in einem Interview mit Daily News Egypt am Rande der Veranstaltung. Nun flechtet Basyouny – Absolventin der Fakultät für Handel, die monatelang arbeitslos war – getrocknete Stängel in Muster, die sie in Einführungstrainings gelernt hat, und verwendet einfache Werkzeuge wie Scheren, um Lampenkörbe, Teppiche und Vasen herzustellen. Intensive Workshops folgen auf die Feiertage nach dem Eid. > „Ich wollte etwas lernen, das mir hilft, auf eigenen Beinen zu stehen“, sagte die Teilnehmerin Fadia Saleh, die auf das Sozialschutzprogramm Takaful und Karama in Ägypten angewiesen ist. Sie nannte das Marketing als größte Herausforderung, obwohl Schulungen zu Werbung und Vertrieb geplant sind. Saleh hofft, dass die Fähigkeiten sich verbreiten: „Wenn ich lerne, wird auch meine Schwester lernen.“ EU-Botschafterin in Ägypten Angelina Eichhorst sprach bei der Veranstaltung und erklärte: > „In einem Land, in dem der Nil Leben, Erinnerung und Zivilisation selbst geprägt hat, ist Wasser nie nur eine Ressource. Es ist Würde, Kontinuität und gemeinsames Schicksal.“ Sie betonte, dass Frauen den Hauptteil der Wasserausforderungen tragen, aber Lösungen vorantreiben können. Seit 2007 hat die EU 600 Mio. € an Zuschüssen für den Wassersektor Ägyptens bereitgestellt, fast 3,5 Mrd. € an Investitionen mobilisiert und 25 Millionen Menschen zugutekommen lassen.

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