Wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Energiepreise hat die EU-Kommission die Mitgliedstaaten aufgefordert, das Füllziel für Gasspeicher von 90 auf 80 Prozent zu senken. EU-Kommissar Dan Jørgensen betont in einem Brief, dass dies die Gasnachfrage dämpfen und Preise stabilisieren könne. Die EU sei besser auf Krisen vorbereitet als 2022.
Die Europäische Kommission hat Deutschland und andere EU-Staaten aufgefordert, das Füllziel für ihre Gasspeicher zu senken. Grund sind die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die globalen Energiepreise. EU-Energie-Kommissar Dan Jørgensen schrieb in einem Brief an die Mitgliedstaaten, eine Reduktion von normalerweise 90 auf 80 Prozent könne die Gasnachfrage in Zeiten angespannter Versorgung mindern und den Druck auf die Preise verringern. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Jørgensen wies auf Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten hin, die sich erheblich auf Öl- und Gasmärkte auswirken. Jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Flüssigerdgas-Produktion Katars länger brauchen könnte, um das Vorkrisenniveau wiederzuerreichen. Trotzdem beschrieb Jørgensen die Versorgungssicherheit in der EU als derzeit vergleichsweise wenig gefährdet. Die begrenzte Abhängigkeit von Importen aus der Konfliktregion sowie LNG-Lieferungen, die bereits vor Kriegsbeginn die Straße von Hormus passierten, trügen dazu bei. Zudem habe die EU durch Diversifizierungsanstrengungen und den Ausbau heimischer Energiequellen Fortschritte gemacht und sei besser vorbereitet als 2022. Damals führte der russische Angriff auf die Ukraine zu Versorgungsengpässen und Preisanstiegen, weshalb verbindliche Füllziele für Gasspeicher eingeführt wurden, um Haushalte und Unternehmen im Winter zu versorgen.