Die EU hat ihre Vorschriften für Technologiekonzerne trotz Drohungen aus den USA erneut bestätigt. Die US-Regierung kritisiert die Regeln als diskriminierend und nennt deutsche Firmen wie DHL und Siemens als mögliche Ziele für Vergeltung. EU-Sprecher betonen faire Anwendung für alle Unternehmen.
Die Europäische Union zeigt sich unbeeindruckt von den jüngsten Drohungen der USA und hält an ihren strengen Regeln für den digitalen Sektor fest. EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier erklärte, die Vorschriften gelten gleichermaßen und fair für alle in der EU ansässigen Unternehmen und werden ohne Diskriminierung durchgesetzt.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte die europäischen Vorschriften als 'diskriminierend und schikanös' bezeichnet. Das Büro des US-Handelsbeauftragten warnte vor Gegenmaßnahmen wie Gebühren oder Beschränkungen für ausländische Dienstleister, falls nötig. Betroffen könnten Unternehmen wie der deutsche Logistiker DHL, der Industriekonzern Siemens und der schwedische Streaming-Dienst Spotify sein. Die USA signalisieren zudem, ähnlich gegen Länder vorzugehen, die eine vergleichbare Strategie verfolgen.
Hintergrund der Spannungen ist die anhaltende Kritik der USA an EU-Gesetzen für digitale Dienste und den hohen Strafen gegen US-Firmen. Kürzlich verhängte die EU eine Buße von 120 Millionen Euro gegen die Plattform X wegen unzureichender Transparenz bei Werbung und Nutzerkonten. X-Eigentümer Elon Musk forderte daraufhin die Abschaffung der EU, während Trump die Strafe als 'grässlich' bezeichnete und die EU warnte, vorsichtig zu sein.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wies die US-Kritik zurück. Er argumentierte, dass europäische Unternehmen in den USA die dortigen Gesetze einhalten müssen und umgekehrt US-Firmen die EU-Regeln respektieren sollten. In den Vorjahren hat die EU US-Tech-Riesen Strafen in Milliardenhöhe auferlegt. Die USA fordern eine Lockerung der Richtlinien und bringen Zollsen kungen auf europäischen Stahl und Aluminium ins Spiel.