Fabrikarbeiter Blåvitt Elofsson, 72, rückt unerwartet ins Parlament nach

Der 72-jährige Fabrikarbeiter Blåvitt Elofsson aus Karlstad wurde nach einem Rücktritt unerwartet Sozialdemokratischer Abgeordneter im Parlament. Er sieht sich als einen der wenigen echten Arbeiter im Parlament und betont den Wert praktischer Erfahrung. Elofsson pendelt nun regelmäßig zwischen Värmland und Stockholm, um Politik zu betreiben.

Blåvitt Elofsson, ursprünglich Lars-Gösta, erhielt seinen Spitznamen von dem Fußballverein IFK Göteborg, als er mit 23 Jahren nach Värmland zog und in einer mechanischen Werkstatt zu arbeiten begann. Dort traf er seine Partnerin Vivann und wurde aktiv in der Gewerkschaft IF Metall. Seit 2022 ist er Vorsitzender der S-Sparte von IF Metall in Värmland. Seine politische Karriere begann in der Lokalpolitik, trotz der Herausforderungen beim Wechsel von Fabrikarbeit zu Gemeinderatssitzungen. Im Februar letzten Jahres änderte sich sein Leben dramatisch. Nach einer Nachricht von Gunilla Svantorp (S), die zur Landshövding von Östergötland ernannt wurde, rückte Elofsson für sie ins Parlament nach. Die Nachricht lautete: „Entschuldigung, dass ich es nicht früher gesagt habe, aber ich wechsle den Job und trete als Abgeordnete zurück.“ Seine Partnerin ermutigte ihn: „Natürlich solltest du ja sagen. Das ist etwas, das du tief im Inneren wirklich willst.“ Nun sitzt Elofsson im Steuerausschuss und fährt dienstags früh nach Stockholm, kehrt donnerstags spät heim. Er beschreibt das Gefühl wie das eines Erstklässlers auf dem Weg zur Schule: „Todesängstlich und zugleich euphorisch.“ Im Parlament fühlt er sich wie ein seltsamer Vogel, besonders als einer der Ältesten – nur drei Prozent sind über Rentenalter. Eine Studie des SNS zeigt, dass nur 13 Prozent der Abgeordneten Arbeiter sind, obwohl die Hälfte der Bevölkerung es ist. Die Sozialdemokraten haben zahlenmäßig die meisten Arbeiter, aber auch die höchste Ausfallrate. Elofsson, der samstags mit dem Team Svettdroppen Fußball spielt, will sich auf den Arbeitsmarkt konzentrieren. Er unterstützt den Sechs-Stunden-Arbeitstag und die Abschaffung der Wartezeit bei Krankengeld. „Man muss einige Schläge im Leben einstecken, um zu verstehen, wie es wirklich ist“, sagt er. Mit seinem neuen Gehalt hat er die Küche renoviert und bessere Weihnachtsgeschenke für die Familie gekauft. Bei der Herbstwahl steht er auf Platz sieben der Liste und braucht 3000 persönliche Stimmen für einen Sitz.

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