Etwa 100 Militante der Confédération paysanne drangen am Mittwoch in einen Anhang des Landwirtschaftsministeriums in Paris ein, besetzten ihn eine Stunde lang, um gegen die Regierungspolitik zu protestieren. Fünfzig wurden wegen Störung der öffentlichen Ordnung und Straftaten in Gewahrsam genommen. Die Aktion erfolgt inmitten einer abnehmenden Mobilisierung der Landwirte nach Ankündigungen des Premierministers.
Am Mittwoch, dem 14. Januar 2026, gegen 16 Uhr versammelten sich etwa 100 Landwirte der Confédération paysanne in der Nähe des Eingangs des Landwirtschaftsministeriums im 7. Arrondissement von Paris. Sie entrollten ein Banner mit der Aufschrift: 'L’agriculture, on veut en vivre, pas en mourir.' Die Militanten betraten dann ohne Genehmigung das Außengelände eines Anhangs, der Direction générale de la performance économique, und besetzten es für eine Stunde. Diese Blitzaktion zielte darauf ab, die Verachtung der Regierung gegenüber den Bauern, die Mitverwaltung zwischen der FNSEA und dem Ministerium sowie die Aneignung öffentlicher Subventionen durch eine kleine Zahl von Höfen und agroindustriellen Gruppen zu denunzieren. Landwirte aus Übersee waren zugegen, um Solidarität zu zeigen und die 'décolonisation de l’agriculture' zu fordern. Fanny Métrat, nationale Sprecherin der Confédération paysanne, erklärte: 'Wir verurteilen die Mitverwaltung zwischen der FNSEA und dem Landwirtschaftsministerium, die zu einer unterschiedlichen Behandlung der Landwirtschaftsgewerkschaften führt.' Die Präfektur der Pariser Polizei teilte mit, dass diese Taten 'eine schwere Störung der öffentlichen Ordnung und mehrere Straftaten' darstellten. Die Sicherheitskräfte räumten den Ort und nahmen 50 Personen fest, die in Gewahrsam genommen wurden. Die Confédération nennt 52 Gewahrsamsnahmen, darunter ihre drei nationalen Sprecher und den Präsidenten der Landwirtschaftskammer von Guyane. Ein Ministeriumsvertreter erstattete Anzeige. Die Gewerkschaft rief zu einer Kundgebung vor dem Kommissariat im 18. Arrondissement auf, um gegen diese 'ständige Verachtung' zu protestieren. Trotz neuer Maßnahmen, die Premierminister Sébastien Lecornu am Dienstag zugunsten der Landwirte angekündigt hatte, ließ die nationale Mobilisierung am Mittwoch an Intensität nach, mit sporadischen Straßensperren und geplanten Aktionen für Donnerstag. Das Ministerium anerkennt die Legitimität des Zorns, hält aber seine Ankündigungen seit Dezember für eine Erfüllung verschiedener Forderungen.