Premierminister Sébastien Lecornu (ehemaliger Landwirtschaftsminister) plant ab dem 5. Januar Treffen mit wichtigen Bauernverbänden inmitten anhaltender Proteste wegen DNC-Ausbrüchen, niedriger Preise und EU-Mercosur-Bedrohungen. Neue Maßnahmen sehen die Aussetzung südamerikanischer Importe mit verbotenen Pestiziden vor, die die Verbände jedoch als unzureichend kritisieren.
Aufbauend auf dem Dezember-Druck zur Beschleunigung von DNC-Impfungen mit Armee-Tierärzten bleiben französische Landwirte gegen laufende Krisen mobilisiert. Lecornu hat Gespräche im Matignon angesetzt: Jeunes agriculteurs (JA) am 5. Januar um 15 Uhr, Coordination rurale (CR) um 18 Uhr, FNSEA am 6. Januar um 17:30 Uhr sowie Confédération paysanne danach.
In einem offenen Brief am Sonntag erkannte Lecornu die 'tiefe Ungerechtigkeit' der Bauern an und versprach eine härtere EU-Haltung, einschließlich strengerer Grenzkontrollen. Gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Annie Genevard wird die Regierung die Aussetzung von südamerikanischen Obst- und Gemüseimporten mit verbotenen Rückständen wie Mancozeb, Glufosinate, Thiophanat-Methyl und Carbendazim per Dekret verfügen – abhängig von der Genehmigung durch Brüssel und Veröffentlichung am Dienstag.
DNC-Herausforderungen halten an: 74,7 % der Rinderherden im Südwesten bis zum 4. Januar geimpft (volle Immunität nach 21 Tagen), doch drei neue Ausbrüche im Ariège gemeldet. Getreidebauern kämpfen mit niedrigen Weizenpreisen und hohen Düngemittelskosten, verschärft durch das drohende EU-Mercosur-Abkommen (Diskussion am 12. Januar).
Die Verbände lehnen Mercosur einhellig ab, unterscheiden sich jedoch bei DNC: CR und Confédération paysanne fordern Impfung aller 16 Millionen Rinder und Stopp vollständiger Schlachtungen; FNSEA verlangt ein 'außergewöhnliches Agrargesetz' zur Deregulierung. José Pérez von CR47 warnte vor Traktorblockaden in Paris bei Bedarf. Präfekturale Konvoyverbote gelten bis Donnerstag in Regionen wie Ost, Nouvelle-Aquitaine, West und Hauts-de-France.