Nach anfänglichen französischen Forderungen nach einer Verschiebung hat Präsident Emmanuel Macron persönlich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gebeten, die Fristen des Freihandelsabkommens mit Mercosur zu verschieben, und beruft sich auf unzureichende Schutzmaßnahmen für Landwirte. Frankreich drängt auf Schutzklauseln und Spiegelmaßnahmen vor dem Gipfel am 20. Dezember in Brasilien.
Aufbauend auf Frankreichs früherem Drängen zur Stoppung der Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens hat das Büro von Präsident Emmanuel Macron am 14. Dezember 2025 bestätigt, dass er von Ursula von der Leyen eine Verschiebung der Abkommensprüfung angefordert hat und feststellte, dass der Schutz für französische Landwirte weiterhin unzureichend ist.
Matignon wiederholte, dass die Bedingungen für die Abstimmungen der Mitgliedstaaten diese Woche (16.-19. Dezember) nicht erfüllt sind, und forderte eine Verschiebung, um 'legitime Schutzmaßnahmen' zu sichern. Eine bevorstehende Abstimmung im Europäischen Parlament am 16. Dezember betrifft Schutzmaßnahmen für Rindfleisch, Geflügel, Reis und Honig.
Frankreich verlangt robuste 'Schutzklauseln' gegen Marktschwemme, 'Spiegelmaßnahmen', die Importe an EU-Standards für Pestizide und Futtermittel angleichen, sowie verschärfte Importkontrollen. Wirtschaftsminister Roland Lescure bezeichnete den aktuellen Text als 'nicht akzeptabel' und nannte drei Schlüsselforderungen. Der Beauftragte für Außenhandel Nicolas Forissier hob industrielle Vorteile hervor, lehnte aber landwirtschaftliche Schäden ab.
Landwirtschaftsgewerkschaften heben den unfaire Wettbewerb durch Mercosurs laxere Standards hervor, mit geplanten Protesten in Brüssel am Donnerstag. Das Abkommen würde 722 Millionen Verbraucher verbinden, EU-Auto- und Wein-Exporte fördern, aber das Risiko einer Flut südamerikanischen Rindfleischs und Zuckers bergen. Frankreich unterstützt weiterhin die Landwirte inmitten anhaltender Druck.