Gegen das geplante EU-Freihandelsabkommen mit Mercosur-Staaten haben rund 100 Landwirte aus Frankreich und Belgien Autobahngrenzübergänge blockiert. Präsident Macron kündigte an, dass Frankreich dem Deal nicht zustimmen wird, da er Risiken für den Agrarsektor birgt. In Brüssel wird am Freitag eine qualifizierte Mehrheit für die Unterzeichnung erwartet.
Vor der EU-Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay haben Landwirte aus Frankreich und Belgien protestiert. Am Abend blockierten etwa 100 Landwirte mit Traktoren die Autobahn A2 von Paris nach Brüssel sowie die A27 von Lille nach Tournai an den Grenzübergängen, berichtete die Zeitung «La Voix du Nord». Fotos zeigten Traktoren auf den Fahrspuren und zwei große Feuer neben der Autobahn.
In Brüssel soll am Freitag ein Treffen von EU-Vertretern die Unterzeichnung des Deals vereinbaren. Es wird eine qualifizierte Mehrheit erwartet, obwohl Länder wie Frankreich, Polen, Ungarn, Irland und Österreich ablehnen. Diese bilden jedoch keine Sperrminorität.
Präsident Emmanuel Macron erklärte: „Vor diesem Hintergrund wird Frankreich gegen die Unterzeichnung des Abkommens stimmen.“ Er wies auf die einhellige Ablehnung im französischen Parlament hin und betonte, das Abkommen sei veraltet und gefährde den sensiblen Agrarsektor durch günstige Importe aus Südamerika. Die Verhandlungen begannen 1999. Auch in Deutschland protestierten Landwirte gegen den Pakt aus Angst vor unverhältnismäßiger Konkurrenz.