Nach der angekündigten Verschiebung der EU — wie zuvor berichtet — endete das Mercosur-Gipfeltreffen in Foz do Iguaçu am 20. Dezember ohne Unterzeichnung des Handelsabkommens. Brasilien übergab die pro tempore Präsidentschaft an Paraguay inmitten von Lulas Frustration, während Führer Alternativen mit China, Kanada und anderen in Betracht ziehen. Außenminister wie Argentiniens Pablo Quirno bleiben optimistisch hinsichtlich einer baldigen EU-Unterzeichnung.
Das Mercosur-Gipfeltreffen in Foz do Iguaçu, Brasilien, endete am 20. Dezember 2025 ohne die erwartete Unterzeichnung des 26 Jahre alten Handelsabkommens mit der Europäischen Union, nach der zuvor bestätigten Verschiebung aufgrund von Druck der Agrarlobby in Italien, Frankreich und Polen.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva übergab die pro tempore Präsidentschaft an Paraguay und äußerte scharfe Frustration über die Verzögerung, wobei er warnte, dass Brasilien unter seiner Führung keine weiteren Abkommen anstreben werde, wenn es nicht bald gelöst werde. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spielte die Verzögerung herunter und schlug einen Abschluss im Januar vor.
Der argentinische Außenminister Pablo Quirno äußerte sich bei seinem Debüt auf dem Gipfel optimistisch: „Wir sind optimistisch, dass das Abkommen zwischen Mercosur und Europäischer Union bald unterzeichnet wird.“ Ein Bericht der Bolsa de Cereales und der Fundación INAI wies EU-Bedenken hinsichtlich sanitärer, kommerzieller oder umweltbezogener Risiken zurück und führte die Verzögerung auf interne Politik und Vorurteile statt auf substantielle Probleme zurück.
Als Reaktion beschleunigt Mercosur die Diversifizierung seiner Handelspartner. China bleibt der wichtigste Partner des Blocks, mit neuen Annäherungen an Kanada, das Vereinigte Königreich, Japan und mehr. Der uruguayische Außenminister Mario Lubetkin betonte: „Obwohl wir ein Block von Partner- und Bruderländern sind, können wir nicht ignorieren, dass die Bedürfnisse jedes Mitgliedstaats nicht immer übereinstimmen.“
Die Teilnahme des argentinischen Präsidenten Javier Milei unterstrich eine pragmatische Haltung inmitten des zunehmenden globalen Protektionismus, einschließlich der „Liberation Day“-Rhetorik des US-Präsidenten-elect Donald Trump.