Ursula von der Leyen kündigte den EU-Führern den Aufschub der Unterzeichnung des Mercosur-Handelsabkommens auf Januar an, ursprünglich für dieses Wochenende in Brasilien geplant, nachdem keine Mehrheit wegen französischen und italienischen Einspruchs für stärkere Schutzmaßnahmen für Landwirte erzielt werden konnte – nach früheren EU-Vorschlägen und inmitten massiver Proteste in Brüssel.
Der EU-Gipfel in Brüssel am 18.-19. Dezember markierte eine Kehrtwende beim Freihandelsabkommen EU-Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay). Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen informierte die 27 Staats- und Regierungschefs, dass die Unterzeichnung, geplant für Samstag in Foz do Iguaçu, Brasilien, auf Januar verschoben wird, da keine qualifizierte Mehrheit erzielt werden konnte.
Frankreichs Emmanuel Macron erklärte die Schutzmaßnahmen für unzureichend zum Schutz der Landwirte und forderte weitere Verhandlungen: „Europa muss sich besser schützen.“ Italiens Giorgia Meloni nannte es „voreilig“ und forderte eine Verschiebung von einer Woche bis einem Monat in Gesprächen mit Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva – der zusagte, es auf dem Mercosur-Gipfel anzusprechen –, um Agrarschutzmaßnahmen hinzuzufügen. Wie zuvor von der EU vorgeschlagen, erlauben neue Schutzmaßnahmen die Aussetzung von Zollvorteilen bei Verzerrungen bei Rindfleisch, Geflügel oder Zucker ohne Zustimmung Mercosurs.
Die Opposition bildet eine „blockierende Minderheit“ (über 35 % der EU-Bevölkerung), möglicherweise inklusive Polen und Ungarn, die die Zustimmung im Rat blockiert. Die franco-italienische Position stimmt mit den jüngsten Druck von Landwirten überein.
Die Proteste eskalierten: 7.300 Landwirte (4.000 Franzosen nach FNSEA) lähmten Brüssel mit 950 Traktoren; Feuer brannten nahe dem Europäischen Parlament, was zu Zusammenstößen mit der Polizei führte. FNSEA-Präsident Arnaud Rousseau feierte die „unerwartete Kehrtwende“, bestand aber darauf, dass „Mercosur bleibt NEIN“, und rief zu anhaltender Mobilisierung auf. In Frankreich setzen sich Straßensperren im Südwesten wegen nodulärer Dermatose fort, Gewerkschaften treffen sich freitags mit Premierminister Sébastien Lecornu.
Befürworter wie Spanien und Deutschland drängen voran und betonen die Diversifizierung des Handels angesichts globaler Risiken. Das provisorische Abkommen wartet auf die Ratifizierung durch das Europäische Parlament im Jahr 2026.