Clément Beaune, Chef des französischen Planungsrats, schlägt 30-Prozent-Zölle auf alle chinesischen Importe vor, um die europäische Industrie zu schützen. Im Handelsblatt-Interview warnt der Macron-Vertraute vor einem massiven China-Schock, der Deutschland am stärksten trifft, inmitten einer neuen Energiekrise.
Berlin. Clément Beaune, Chef des französischen Planungsrats und enger Vertraute von Präsident Emmanuel Macron, sieht Europas Wirtschaft vor einer doppelten Bedrohung. Die neue Energiekrise mache die Abhängigkeit von Öl und Gas besonders teuer. Gleichzeitig rolle ein industrieller Schock aus China auf den Kontinent zu.
„Die chinesische Bedrohung für unsere Industrie und Wirtschaftskraft ist gigantisch, und sie wird anhalten“, sagte Beaune im Handelsblatt-Interview. Die Volksrepublik sei nicht nur billiger, sondern in vielen Sektoren technologisch gleichwertig oder überlegen. Deutschland sei „das am stärksten betroffene Land“.
Beaunes Konsequenz: Europa brauche mehr Investitionen, Bürokratieabbau und Schutzmaßnahmen gegen chinesische Importe – einschließlich Zöllen von bis zu 30 Prozent auf alle Importe aus China. Bei Freihandelsabkommen könne Frankreich von Deutschland lernen. Die Vorschläge stoßen in Berlin auf Kontroversen.