Das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts ist im April auf 91,3 Punkte gesunken, der niedrigste Stand seit Dezember vergangenen Jahres. Unternehmen planen mehr Stellenabbau als Einstellungen, insbesondere in Industrie und Handel. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut warnt vor anhaltendem Druck am Arbeitsmarkt.
Berlin. Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im April merklich verschlechtert. Laut dem vom Ifo-Institut für das Handelsblatt berechneten Beschäftigungsbarometer sank der Wert auf 91,3 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember vergangenen Jahres.
Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen, sagte dem Handelsblatt: „Der Druck am Arbeitsmarkt nimmt spürbar zu. Viele Unternehmen reagieren mit einem verstärkten Stellenabbau.“ Neue Einstellungen seien die Ausnahme, ergänzte er. Ohne mehr Planungssicherheit erwarte er keine Besserung.
Von Januar bis März lag der Indikator oberhalb von 93 Punkten. Werte unter 100 signalisieren, dass mehr Firmen Stellen streichen als neue besetzen wollen. Die Umfrage basiert auf rund 9.500 monatlichen Meldungen zu Beschäftigungsplänen für die nächsten drei Monate.
Am stärksten betroffen ist die Industrie mit einem Rückgang um 20 Punkte. Ähnlich schwach performt der Handel, während der Dienstleistungssektor vergleichsweise milder ausfällt.