Amélie de Montchalin hat die Behauptungen von Eric Lombard zurückgewiesen, dass Tausende sehr wohlhabender Franzosen keine Einkommensteuer zahlen. Die ehemalige Ministerin machte diese Aussage in einem Interview am Sonntag. Senat und Abgeordnete fordern nun weitere Informationen zur Besteuerung großer Vermögen.
Die Kontroverse entbrannte nach einem Interview, das Eric Lombard am 11. Januar Libération gab. Der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminister, der neun Monate lang unter François Bayrou Bercy leitete, erklärte: «Die Abteilung für öffentliche Finanzen hat das untersucht: Unter den reichsten Personen haben Tausende ein zu versteuerndes Referenzeinkommen von null. Sie zahlen keine Einkommensteuer!»«Diese Äußerungen lösten Überraschung und Empörung aus, insbesondere auf der Linken. Eric Coquerel, Vorsitzender des Finanzausschusses der Nationalversammlung für La France Insoumise, reagierte am Montag mit einem Schreiben an Amélie de Montchalin. Er fordert «alle Unterlagen, die das Ministerium zu dem Thema hat, seien es Notizen, Analysen oder Zahlen, die von den Diensten der Generaldirektion für öffentliche Finanzen erstellt wurden»«Am Mittwoch, dem 14. Januar, in der Nationalversammlung wies die Beauftragte Ministerin für öffentliche Haushaltsrechnungen, die damals unter Lombards Aufsicht in Bercy stand, diese Behauptungen formell zurück. «Es gibt nicht Tausende großer Vermögen, die keine Einkommensteuer zahlen», erklärte sie und wies die Aussagen ihres ehemaligen Vorgesetzten kategorisch zurück.«Dieser Streit entfacht erneut die Debatte über die Besteuerung hoher Vermögen und die Undurchsichtigkeit der Verwaltung in diesem äußerst sensiblen Bereich. Der Senat fordert seinerseits weitere Klärungen, um Licht in diese Angelegenheit zu bringen.