Die Justiz hat Razzien in den Büros der AFA in Viamonte und Ezeiza sowie im Haus von Javier Faroni, einem Geschäftsmann mit Verbindungen zu Claudio “Chiqui” Tapia, durchgeführt. Dokumente offenbaren Überweisungen von über 1,2 Millionen US-Dollar an Faronis TourProEnter für unbekannte Gründe. Faroni versuchte nach Uruguay zu fliehen, wurde aber abgefangen und vom Verlassen des Landes abgehalten.
Am Dienstag, dem 30. Dezember 2025, führten Beamte der argentinischen Bundespolizei Razzien auf Anordnung des Bundesrichters Luis Armella in den Büros des Argentischen Fußballverbands (AFA) in der Viamonte-Straße in Buenos Aires und auf dem Trainingsgelände in Ezeiza durch. Auch Faronis Wohnsitz in einer geschlossenen Wohnanlage in Nordelta, Tigre — ein geräumiges Anwesen mit Pool und Bootsanlegestellen — wurde durchsucht.
Während der Operationen fanden Justizbeamte Zahlungsanweisungen, die Überweisungen von über 1,2 Millionen US-Dollar von der AFA an TourProEnter LLC, ein Unternehmen, das mit Faroni, einem Theaterunternehmer in der Nähe von Tapia, verbunden ist, für unbekannte Gründe belegen. Ein Vertrag zwischen AFA und dem Unternehmen vom Mai 2021 wurde ebenfalls entdeckt. Richter Armella ordnete die Aufhebung der Steuer-, Bank-, Finanz- und Börsengeheimnisse für alle Beteiligten und Unternehmen an, einschließlich Faroni, seiner Partnerin Erica Gabriela Gillette und anderer wie Javier Alejandro Ojeda Jara und Mariela Marisa Schmalz.
Faroni versuchte am Montag mit einem Privatflug von Aeroparque nach Uruguay zu reisen, wurde jedoch von der Flughafensicherheitspolizei gestoppt, da eine Ausreiseverbot bestand. Überwachungsvideo zeigt, wie er sein Handy vor der Festnahme wegwirft und in einer Tasche versteckt. Staatsanwältin Cecilia Incardona erweiterte die Ermittlungen um eine internationale Dimension und forderte Daten von US-Banken über Mechanismen wie RRAG/GAFILAT und Egmont Group an, um Geldflüsse nachzuverfolgen.
Im Januar reist Paul Starc, Leiter der Finanzinformations-Einheit (UIF), in die USA, um sich mit dem Netzwerk zur Bekämpfung von Finanzkriminalität (FinCEN) zu treffen und Informationen über mögliches Geldwäsche auszutauschen. Die AFA veröffentlichte eine Erklärung, in der sie sich 'vollständig den Behörden zur Verfügung' stellte und mit der Bereitstellung der angeforderten Dokumente im Rahmen des Falls FLP 29107/2025 für Betrug und Verstoß gegen Artikel 303 gegen mehrere Angeklagte, darunter Oscar Tucker und Federico Espinoza, kooperierte.
Weitere Maßnahmen umfassen die Aufhebung des Steuergeheimnisses für Tapia, Pablo Toviggino, Cristian Malaspina und Gustavo Roberto Lorenzo wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 19 Milliarden Pesos, angeordnet vom Richter Diego Amarante.