Kolumbiens Ministerium für Bergbau und Energie hat einen Dekretentwurf zur Überarbeitung des regulatorischen Rahmens für den Erdgasmarkt veröffentlicht.
Das unter der Leitung von Minister Edwin Palma erstellte Dokument zielt darauf ab, die Versorgung zu stärken, die Verfügbarkeit zu gewährleisten und neue Regeln für die Preisbildung bei Engpässen festzulegen. Es ändert das Dekret 1073 von 2015 und führt Neuerungen in den Bereichen Vermarktung, Importe, Verträge und Sekundärmarkt ein.
Eine „Situación de Estrechez en la Oferta“ (Angebotsengpass) wird definiert, wenn der Versorgungsindex eine Diskrepanz zwischen der nationalen Produktion und der Gesamtnachfrage aufzeigt. In solchen Fällen werden Preisobergrenzen für unterbrechbare Verträge und Geschäfte auf dem Sekundärmarkt vorgeschlagen.
Der Entwurf enthält Definitionen für importiertes Gas und sieht vor, dass feste Verträge, die an Bedingungen geknüpft sind, erst nach einer „Declaración de Suministro Vinculante“ (verbindliche Versorgungserklärung) rechtskräftig werden. Produzenten und Vermarkter müssen regelmäßig Daten zu Produktion und Importen aktualisieren.
Palma merkte an, dass in den letzten Jahren einige Preise für unterbrechbare Verträge um mehr als 100 Prozent gestiegen sind, was die Kosten für Endverbraucher in die Höhe trieb. Das Projekt zielt darauf ab, spekulative Zwischenhändler zu begrenzen und die Versorgung während knapper Phasen zu sichern.