Nach zweieinhalb Tagen intensiver Suche wurde der seit Mittwoch vermisste Achtjährige aus Frankfurt am Main unversehrt in Heppenheim entdeckt. Er befand sich bei seiner Mutter, die kein Sorgerecht hat. Der Junge wurde in die Obhut des Jugendamts zurückübergeben.
Der Achtjährige war am Mittwochmorgen zuletzt an der Weißfrauenschule in der Gutleutstraße im Frankfurter Bahnhofsviertel gesehen worden. Er wurde gegen 8 Uhr von einem Fahrdienst vor der Schule abgesetzt, betrat das Gebäude jedoch nicht und erschien nicht im Unterricht. Die Polizei leitete sofort eine Suchaktion ein.
Am Donnerstag wurde die Suche ausgeweitet: Ein Hubschrauber flog über das Gebiet, die Wasserschutzpolizei durchsuchte den nur wenige Hundert Meter entfernten Main. Die Schule wurde mehrmals gründlich kontrolliert, ebenso bekannte Anlaufstellen des Jungen – ohne Erfolg.
Am Freitag konzentrierten sich die Ermittler auf das familiäre Umfeld. Die Polizei ging davon aus, dass der Junge, dessen Name Noah laut einer Mitteilung ist, mit seiner Mutter unterwegs sei. Der Aufenthaltsort blieb jedoch unklar, weshalb die Suche auf das Rhein-Main-Gebiet ausgedehnt und die Bevölkerung um Hinweise gebeten wurde.
Am späten Freitagabend kam die erlösende Nachricht: Der Junge wurde unversehrt in einem Wohnhaus in Heppenheim, rund 60 Kilometer südlich von Frankfurt, angetroffen. „Er war im Beisein seiner Mutter, die dort bei einem Bekannten untergekommen war“, teilte die Polizei mit. Die Mutter hat kein Sorgerecht und durfte in ihre Wohnung zurückkehren, während der Junge wieder dem Jugendamt übergeben wurde.
Der Achtjährige lebte seit Herbst 2025 nicht mehr bei seiner Familie, sondern befand sich auf richterlichen Beschluss in der Obhut des Jugendamts. Diese Maßnahme dient dem Schutz des Kindeswohls und umfasst eine vorübergehende Unterbringung in einem Heim oder einer Pflegefamilie, wie die Stadt Frankfurt mitteilte.