Tochterstudios des Publishers Nacon, darunter Spiders, der Entwickler von GreedFall: The Dying World, haben diese Woche infolge unbezahlter Rechnungen Insolvenz angemeldet. Die französische Videospielgewerkschaft Syndicat des Travailleuses du Jeu Vidéo macht das Management von Nacon für Misswirtschaft und die Sabotage lebensfähiger Teams verantwortlich. Die Krise folgt auf jüngste Spieleveröffentlichungen und ein eigenes Schuldenbereinigungsverfahren von Nacon.
Spiders, Kylotonn und Cyanide, die alle zu Nacon gehören, haben diese Woche in Frankreich Insolvenzanträge gestellt, nachdem sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnten. Diese Entwicklung folgt kurz nachdem Nacon selbst vor einigen Wochen ein eigenes Schuldenrestrukturierungsverfahren bei französischen Gerichten eingeleitet hatte. Spiders veröffentlichte GreedFall: The Dying World vor weniger als zwei Wochen aus dem Steam Early Access, erhielt jedoch nur mäßige Nutzerbewertungen. Cyanide brachte diesen Monat Styx: Blades of Greed auf den Markt, während Kylotonn, bekannt für die WRC-Rennspielserie, zuletzt inaktiv war. Das ursprüngliche GreedFall, das von Focus Entertainment veröffentlicht wurde, übertraf seinen Nachfolger in den Steam-Nutzerbewertungen bei weitem; der neue Titel erreichte weniger als 10 Prozent der Bewertungen des Vorgängers. Das Syndicat des Travailleuses du Jeu Vidéo (STJV) veröffentlichte diese Woche eine Erklärung, in der es die Nacon-Führungskräfte verantwortlich macht. Die Gewerkschaft erklärte, das Management zeige eine „Verachtung für die Videospielproduktion“ und seine „Inkompetenz habe Studios aktiv sabotiert, die bis zu ihrer Übernahme lebensfähig waren.“ Kritisiert wurden jahrelange Misswirtschaft, darunter das Entleeren der Studiokassen in Höhe von Dutzenden Millionen Euro, das Streichen von Neueinstellungen und Gehaltserhöhungen für über ein Jahr sowie die Einführung von „KI“-Lösungen ohne klaren Zweck. Das STJV betonte zudem die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen und die Gründung neuer Studios, um bestehende zu untergraben, was zu hoher Fluktuation und Talentverlust führte. Die Entwickler von Spiders liegen seit Jahren mit dem Management im Clinch und drohten bereits zuvor mit Streiks wegen des überhasteten Early Access von GreedFall: The Dying World sowie wegen verschobener Budgets und Zeitpläne. Die Gewerkschaft fordert die Absetzung des Führungsteams, verbesserte Arbeitsbedingungen, moderne Werkzeuge, eine geringere Fluktuation und eine klare kreative Strategie, die auf den Markt von 2026 ausgerichtet ist, in dem Spieler außergewöhnliche oder nischenspezifische Titel verlangen.