Ein Richter in Delaware hat entschieden, dass Krafton seinen Vertrag mit Unknown Worlds verletzt hat, indem er Schlüsselmitarbeiter ohne Grund entlassen und die Kontrolle über Subnautica 2 übernommen hat. Das Gericht ordnete die Wiedereinsetzung des CEO Ted Gill mit voller Befugnis über das Studio und dessen bevorstehenden Early-Access-Launch an. Die Earnout-Periode in Höhe von 250 Millionen Dollar wurde bis zum 15. September 2026 verlängert.
Am 16. März 2026 erließ Vizekanzlerin Lori W. Will des Delaware-Chancery-Gerichts eine Entscheidung zugunsten von Fortis, das die Gründer von Unknown Worlds vertritt, hinsichtlich der Ansprüche der Phase eins. Das Gericht stellte fest, dass Krafton den Equity Purchase Agreement (EPA) verletzt hat, indem es Schlüsselmitarbeiter – einschließlich CEO Ted Gill, Charlie Cleveland und Max McGuire – ohne berechtigten Grund per Vorstandsbeschluss vom 1. Juli 2025 entlassen und die operative Kontrolle über Unknown Worlds und Subnautica 2 unrechtmäßig übernommen hat. Der Beschluss wurde in dem Umfang für unwirksam erklärt, in dem er Gills Rechte auf operative Kontrolle beeinträchtigt. Krafton muss Gill den Zugang zur Steam-Plattform wiederherstellen und darauf verzichten, seine Autorität über den Early-Access-Launch von Subnautica 2 zu behindern, und ihm volle operative Befugnis über das Studio und die Pläne für die Spielveröffentlichung einräumen. Gill wurde durch Steve Papoutsis ersetzt, der auch CEO von Striking Distance ist. Der Earnout über 250 Millionen Dollar – gekoppelt an die Leistung von Unknown Worlds nach der Akquisition 2021 für 500 Millionen Dollar Eigenkapital – wurde bis zum 15. September 2026 und möglicherweise darüber hinaus verlängert. Der Earnout greift oberhalb von 69,8 Millionen Dollar Umsatz und zahlt 3,12 Dollar pro zusätzlichem Dollar bis zur Obergrenze. Interne Prognosen gingen von 1,67 Millionen verkauften Exemplaren bis Q4 2025 aus, was 191,8 bis 242,2 Millionen Dollar einbringen würde. Gerichtsdokumente zeigten, dass Krafton-CEO Changhan Kim ChatGPT für Strategien zur Vermeidung des Earnouts konsultierte, einschließlich der Einrichtung einer „Project X“-Taskforce und einer „Response Strategy to a ‘No-Deal’ Scenario“ mit Drucktaktiken und Messaging. Kim fürchtete, der Deal mache ihn zu einem „Pushover“. Das Gericht hielt Kraftons Kündigungsbegründungen – wie Aufgabe oder Datendiebstahl – für vorgetäuscht. Die Phase-zwei-Klage zu Schadensersatz steht noch aus.