Der ehemalige leitende Cinematic-Animator Chris Wilson hat Vorwürfe über Missmanagement, unbefugte Überwachung, brutalen Crunch und Führungskonflikte im MindsEye-Studio von Build a Rocket Boy erhoben. Sein Interview mit Kotaku verstärkt die anhaltenden Beschwerden der Mitarbeiter und Sabotagevorwürfe inmitten zahlreicher Entlassungswellen, wie bereits in früheren Berichten über die Turbulenzen im Studio thematisiert.
Nach mehreren Entlassungsrunden – darunter die dritte, die am 5. März über einen LinkedIn-Beitrag von Co-CEO Mark Gerhard angekündigt wurde (siehe frühere Berichterstattung) – hat Chris Wilson, der von November 2020 bis April 2026 bei Build a Rocket Boy arbeitete, sein Schweigen über das interne Chaos im Studio gebrochen. Wilson wirkte an MindsEye mit, dem Open-World-Spiel des ehemaligen Rockstar-Präsidenten Leslie Benzies, das im Sommer 2025 schlechte Kritiken erhielt und seitdem mit schwierigen Updates zu kämpfen hat.
Wilson wies auf eine Entlassungsrunde im Februar hin, von der die Mitarbeiter durch soziale Medien oder Benachrichtigungen von Familienangehörigen erfuhren, ohne dass interne Besprechungen stattgefunden hätten. Eine Beschwerde der Independent Workers’ Union of Great Britain, die von 40 Mitarbeitern unterstützt wird, wirft dem Studio rechtswidrige schwarze Listen und nicht einvernehmliche Überwachung mittels Teramind-Software vor – diese zeichnet Tastatureingaben, E-Mails und Audio auf. Die Software wurde um Dezember 2025 herum heimlich eingeführt (nachdem Gerhard deren Installation im Januar erwähnt hatte) und bildete für Wilson den Wendepunkt; selbst Benzies soll sie Berichten zufolge auf seinen Geräten getestet haben.
Zwischen Benzies und Gerhard brodelten Führungsspannungen. Wilson beschrieb ein angespanntes Treffen Anfang 2026, bei dem Benzies „Hass-Mails“ des YouTubers Cyber Boi vorlas – verglichen mit „League of Legends-Chats“ –, während Gerhard Sabotagevorwürfe verfolgte, darunter eine Unterlassungserklärung für Discord und ein „Blacklisted“-Missions-Update vom 28. April, das aus einem abgebrochenen Hitman-Crossover umfunktioniert wurde.
Crunch prägte die Entwicklung: Die Cinematic-Teams mussten ab Juni 2025 sechs bis neun Monate lang unbezahlte Überstunden leisten, was zu Krankheitsfällen führte, die in einem offenen Brief von über 90 Mitarbeitern im Oktober erwähnt wurden – ein Echo auf Benzies’ Vergangenheit bei Rockstar. Die anfängliche Stimmung unter Benzies war positiv, doch Gerhards „negative Energie“ und die unklare Ausrichtung nach Benzies’ Beurlaubung im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre stießen auf Kritik.
Build a Rocket Boy wies die Vorwürfe zurück, wobei Gerhard betonte, dass man rechtmäßig arbeite und sich auf die Spieler konzentriere. Wilson ist besorgt, dass die Auswirkungen um MindsEye den Karrieren der Entwickler schaden könnten, und verteidigt die Leidenschaft des Teams inmitten des Durcheinanders.