Im Zuge der Debatte über eine Unternehmensvermögenssteuer in Kolumbien zeigt eine Analyse, dass nur drei OECD-Länder eine allgemeine Nettopersonalvermögenssteuer erheben. Andere europäische Nationen besteuern spezifische Vermögenswerte, während in der Region Argentinien und Uruguay ähnliche Abgaben haben. Experten warnen, dass solche Steuern aussterben und die Wettbewerbsfähigkeit schädigen könnten.
Der Vorschlag für eine Unternehmensvermögenssteuer in Kolumbien, eingebracht im Rahmen der Notlage durch die Winterwelle, hat unter Analysten und Wirtschaftsverbänden Kontroversen ausgelöst. Laut der Tax Foundation erheben in der OECD nur die Schweiz, Norwegen und Spanien noch eine Nettopersonalvermögenssteuer, während die Steuer auf juristische Personen zunehmend selten wird. In Europa hat Frankreich 2018 seine Nettopersonalvermögenssteuer abgeschafft und durch die Impôt sur la Fortune Immobilière (IFI) ersetzt, die sich auf Immobilien konzentriert. Länder wie Italien, Belgien und die Niederlande erheben Steuern auf spezifische Vermögenswerte, aber nicht auf das gesamte Nettovermögen von Individuen. In Lateinamerika besteuert Argentinien das Nettovermögen von Privatpersonen durch die Steuer auf persönliche Vermögenswerte, und Uruguay erhebt den Impuesto al Patrimonio (IP) auf Privatpersonen und Unternehmen für im Land gehaltenes Nettovermögen. Luxemburg erhebt eine Net Wealth Tax (NWT) auf ansässige Unternehmen und Niederlassungen basierend auf Nettovermögen, unabhängig von Gewinnen. César Tamayo, Dekan der Fakultät für Wirtschaft an der Universidad EAFIT, erinnerte daran, dass Kolumbien 2002 während einer makroökonomischen Krise eine ähnliche Steuer einführte, um die Sicherheit zu finanzieren, die später jedoch abgeschafft wurde. „Vermögenssteuern sind aussterbend; nicht mehr als fünf Länder halten an dieser schlechten Idee fest“, sagte Tamayo. Das neue Dekret legt einen Satz von 0,5 % fest, mit 1,6 % für Bergbau-Energie- und Finanzsektoren, was seiner Meinung nach Innovationen behindert, indem es Vermögenswerte besteuert, die Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen. Der Nationale Unternehmensrat lehnte die Nutzung der Winter-Notlage zur Erlassung von Dekreten ab und betonte die Notwendigkeit der Verfassungsmäßigkeit. Der Verband der Berater für gewerbliches Eigentum (ACP) argumentierte, dass die Abgabe die Steuergerechtigkeit bedroht.