Der argentinische Senat hat an diesem Mittwoch mit der Beratung der von der Regierung Javier Mileis vorangetriebenen Wahlrechtsreform begonnen. Die Sitzung des Verfassungsausschusses verdeutlichte die Spannungen zwischen der Regierungspartei und ihren Verbündeten bezüglich der Handhabung der „Ficha Limpia“.
Die Informationssitzung fand im Arturo-Illia-Saal des Kongresspalastes statt und wurde von Senator Agustín Coto geleitet. María Luz Alegría Landívar, Beraterin des Innenministeriums, verteidigte den umfassenden Gesetzentwurf mit 78 Artikeln, der unter anderem die Abschaffung der PASO-Vorwahlen, Änderungen bei den politischen Parteien und die Einführung der „Ficha Limpia“ vorsieht.
Landívar wies darauf hin, dass es 44 nationale und 710 regionale Parteien gibt, und schlug vor, die Anforderungen für Parteizugehörigkeiten zu erhöhen; in Buenos Aires würden diese beispielsweise von 4.000 auf etwa 10.000 Mitglieder steigen. Sie argumentierte zudem, dass die PASO-Vorwahlen zwischen 30 % und 40 % der Wahlkosten verursachen.
Dialogbereite Verbündete streben eine separate Behandlung der „Ficha Limpia“ an, da diese einen breiteren Konsens genießt, während die Regierung es vorzieht, das gesamte Paket beizubehalten. Die Debatte bleibt Gegenstand weiterer Gespräche, und Coto ordnete eine Sitzungsunterbrechung an.