Die südafrikanische Zuckerindustrie unter der Führung von SA Canegrowers fordert die Regierung auf, die Gesundheitsförderabgabe abzuschaffen, und macht sie zusammen mit billigen Importen für massive Stellenverluste verantwortlich. Gesundheitsbefürworter verteidigen die Steuer jedoch als zentrale Maßnahme zur Eindämmung von Fettleibigkeit und Verhinderung von diabetesbedingten Todesfällen. Dieser Konflikt unterstreicht breitere Spannungen zwischen wirtschaftlichen Druck und öffentlichen Gesundheits prioritäten.
Die Health Promotion Levy (HPL), oft als Zuckersteuer bezeichnet, trat im April 2018 in Kraft, um zuckerhaltige Getränke mit mehr als 4 g Zucker pro 100 ml zu besteuern. Sie erhebt 2,1 Cent pro Gramm Zucker über den ersten 4 g, was Limonaden, aromatisierte Wässer und Energy-Drinks betrifft, jedoch nicht den Zucker im Päckchen, hausgebraute Getränke oder Konserven wie Marmeladen. Eingeführt inmitten steigender Diabetes- und Fettleibigkeitsraten, reduzierte die Abgabe zunächst den Konsum, insbesondere in Haushalten mit niedrigem Einkommen. Dennoch hat die Lobby der Industrie geplante Steuererhöhungen bis mindestens 2026 eingefroren. SA Canegrowers schreibt einen Anstieg subventionierter Zuckerimporte und die HPL Stellenabbau im Sektor zu. Eine Studie des National Economic Development and Labour Council schätzt 16.000 verlorene Jobs in der Zucker- und Getränkeindustrie im ersten Jahr der Abgabe. Der Ökonom Xhanti Payi bemerkt, dass subventionierte Importe lokale Preise unterbieten, während die Steuer ärmere Verbraucher zu unregulierten Alternativen treiben könnte, ohne Ursachen wie Einkommensungleichheit anzugehen. „Wir wollen gesündere Menschen; wir verstehen, dass Einkommen ein kritischer Bestandteil einer gesunden Bevölkerung ist“, sagte Payi. Er plädiert dafür, Steuereinnahmen umzuleiten, um andere Sektoren zu stärken und Beschäftigungslücken zu schließen. Im Gegensatz dazu betont die Healthy Living Alliance (Heala), dass die HPL ein lebenswichtiges Instrument der öffentlichen Gesundheit ist, getrennt von Handelszöllen. „Wir können nicht zulassen, dass Zoll-Debatte eine funktionierende Gesundheitssteuer behindert“, sagte CEO Nzama Mbalati. Forschung von Priceless SA an der University of the Witwatersrand findet keinen klaren Zusammenhang mit Jobverlusten. Modelle deuten darauf hin, dass eine Erhöhung der Abgabe auf 20 % 619.000 Diabetesfälle verhindern, 72.000 Leben retten, 85.000 Schlaganfälle abwenden und die Gesundheitskosten um 23,9 Milliarden Rand über 25 Jahre senken könnte. Dr. Darren Green, ein Gesundheitsbefürworter, nannte sie „einen Schutzschild für Millionen Südafrikaner“. Die Debatte stellt das Überleben der Industrie gegen langfristige Gesundheitsgewinne, mit Forderungen nach zweckgebundenen Einnahmen, um beides auszugleichen.