Der umstrittene Sänger Xavier Naidoo hat seine Tournee 'Bei meiner Seele' mit einem ausverkauften Konzert in der Kölner Lanxess-Arena eröffnet. Trotz anhaltender Debatten um seine vergangenen kontroversen Aussagen feierten Tausende Fans den 54-Jährigen. Kritiker fordern weiterhin Absagen der Auftritte.
Xavier Naidoo, einst ein Star der deutschen Soul-Szene, gab am 16. Dezember sein erstes großes Konzert seit sechs Jahren in der Lanxess-Arena in Köln. Das Haus war mit 16.000 Zuschauern voll besetzt. Der 54-Jährige bedankte sich überschwänglich bei seinen Fans und rief: «Wegen Euch bin ich hier!» Im Scherz bezeichnete er sich als Frührentner.
Naidoos Karriere war in den letzten Jahren von Kontroversen überschattet. Er stand im Verdacht des Antisemitismus und Rassismus, trat mit Reichsbürgern auf, verbreitete QAnon-Theorien und äußerte sich polarisierend zur Corona-Pandemie. 2020 entfernte RTL ihn aus der Jury von 'Deutschland sucht den Superstar'. Geplante Konzerte wurden oft zum Politikum, mit wachsendem Widerstand.
2022 entschuldigte sich Naidoo in einem Video für seine extremen Positionen. Er erklärte, von Verschwörungserzählungen 'geblendet' gewesen zu sein, und distanzierte sich von Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus. Kritiker hielten die Erklärung für zu unkonkret.
Das über zweistündige Konzert bot ein Best-of seiner Hits, darunter 'Sie sieht mich nicht', 'Dieser Weg' und 'Und wenn ein Lied' mit den Söhne Mannheims. Naidoo sprach wenig, ließ die Musik wirken und erwähnte die Vergangenheit nur indirekt, etwa durch Hinweise auf Familienzeit. Bei 'Wo willst du hin?' sang das Publikum mit, was er als Traum beschrieb.
Die Comeback-Ankündigung löste Kritik aus. Die Werteinitiative forderte eine Absage, die Kölner Synagogen-Gemeinde warnte vor Legitimierung von Antisemitismus in Zeiten zunehmender Vorfälle. Veranstalter Marek Lieberberg betonte Naidoos aufrichtige Distanzierung: «Sein eindeutiges öffentliches Bekenntnis belegt die Ernsthaftigkeit.»
Trotz laufender Verfahren wegen Volksverhetzung am Landgericht Mannheim, bezogen auf antisemitische Telegram-Inhalte, geht die Tour im Januar weiter nach München, Hamburg, Berlin, Stuttgart und Mannheim. Naidoo sagte am Ende: «Dann bin ich wieder richtig drin.»