Anif hat vor den Folgen der 'intermittierenden Formalität' auf dem kolumbianischen Arbeitsmarkt gewarnt, die die Akkumulation von Beitragswochen und den sozialen Schutz beeinträchtigen. Laut Asofondos erhält nur jeder vierte Arbeiter eine Rente aufgrund anhaltender Informalität. Dies führt zu einer Prekarisierung der Beschäftigung und Herausforderungen für den Ruhestand von Millionen Kolumbianern.
Der Arbeitsmarkt in Kolumbien zeigt Verbesserungen, mit einer Informalität von 55,1 % in diesem Jahr und einer Arbeitslosigkeit von 8,2 % im September, laut Anif. Die Institution hebt jedoch hervor, dass die Formalität ein 'temporäres Gesicht' hat, wobei aktive Beitragszahler abnehmen und inaktive zunehmen. Bis Mai 2024 verringerte sich der Unterschied zwischen aktiven und inaktiven Versicherten, aber im Juni überstiegen die Inaktiven die Aktiven um 779.000 Personen. Bis August 2025 sind 47 % aktiv und 53 % inaktiv, mit einem Abstand von 1,2 Millionen.
Diese Intermittenz bedeutet häufige Abmeldungen, die die Beitragswochen für Renten reduzieren und den Schutz im Alter schwächen. Anif bemerkt, dass 'häufige Rotation die Prekarisierung formaler Beschäftigung widerspiegeln kann, bei der Kurzfristverträge ohne Beiträge zur Norm werden und die traditionelle Stabilität untergraben'.
Derweil schätzt Asofondos, dass nur 25 % der Arbeiter eine Rente erzielen, während 75 % mehr als ein Drittel ihres Berufslebens in Informalität oder Arbeitslosigkeit verbringen. Frauen haben weniger als 23 % der Zeit eingezahlt (z. B. hat eine 30-jährige Frau 1,8 statt 8 Jahre eingezahlt), Männer weniger als 27 % (2,2 Jahre). 'Informalität ist ein aktuelles und zukünftiges Problem, eine Zeitbombe für das Alter von Millionen Kolumbianern', sagte Andrés Velasco, Präsident von Asofondos. Das Schließen dieser 'Arbeitslücke' könnte Renten um 50 bis 70 % steigern.
Vorschläge umfassen die Förderung von Formalisierung, Produktivität und qualitativ hochwertiger Beschäftigung, um diese Effekte abzumildern.