Nach festgefahrenen Verhandlungen wird die kolumbianische Regierung den Mindestlohn für 2026 am 29.-30. Dezember per Dekret festlegen und den 'vitalen Mindestlohn' für familiäre Würde nach OIT-Standards einführen, kündigte Präsident Petro an. Wichtig: Er wird keine Erhöhungen für Löhne über dem Mindestlohn vorschreiben.
Die Ständige Kommission für Lohn- und Arbeitsmarktpolitik beriet ergebnislos und übertrug die Entscheidung an die Exekutive. Arbeitsminister Antonio Sanguino bestätigte das Dekret Ende Dezember, das den vitalen Mindestlohn als kolumbianische Premiere einführt.
In seiner Ansprache am 23. Dezember berief sich Petro auf OIT-Empfehlungen für einen evidenzbasierten, transparenten, tripartiten Prozess, der den Grundbedarf eines Familienkorbs abdeckt: Ernährung, Wohnen, Gesundheit, Bildung, Verkehr, Kleidung, Notfälle und soziale Teilhabe, unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede.
Die Arbeitsrechtlerin Gina Lizzethe García Rivera klärte, dass die Anpassung rechtlich nur Mindestlöhner betrifft. Höhere Gehälter haben keine automatische Staffelung, können aber proportionale Anpassungen für interne Gerechtigkeit erhalten, oft inflationsgebunden, als beste Praxis von Arbeitgebern zur Steigerung von Stabilität und Moral — ohne einheitliche Regeln.
Analysten fordern eine Erweiterung der Lohn-Debatte auf wirtschaftliche Indikatoren wie Produktivität, um ihre Politisierung zu mindern.