Die Europäische Union hat Brasilien von der Liste der Länder gestrichen, die die Hygienevorschriften für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung erfüllen. Die ab September geltende Maßnahme könnte das Land jährlich fast 2 Milliarden US-Dollar an Fleischexporten kosten.
Daten des Landwirtschaftsministeriums zeigen, dass Brasilien im Jahr 2025 Fleisch im Wert von 1,8 Milliarden US-Dollar in die EU exportierte, was einer Gesamtmenge von 368.100 Tonnen entspricht. Auf Rindfleisch entfielen 1,04 Milliarden US-Dollar und auf Hühnerfleisch 762,9 Millionen US-Dollar.
Die brasilianische Regierung zeigte sich von der Nachricht überrascht und kündigte an, sofortige Schritte zur Rücknahme der Entscheidung einzuleiten. In einer gemeinsamen Mitteilung der Ministerien für Landwirtschaft, Auswärtige Angelegenheiten sowie Industrie wurde auf das robuste Hygienesystem des Landes und die 40-jährige Exportgeschichte auf den europäischen Markt verwiesen.
Neben Fleisch betrifft der Ausschluss auch Produkte wie Fisch, Wurstwaren, lebende Pferde und Honig. Die Europäische Union begründete den Schritt mit unzureichenden Garantien gegen den übermäßigen Einsatz von antimikrobiellen Mitteln in der Viehhaltung.