In Kuba haben Eltern wie Yenicet zwei Schulklassen mit 54 Erstklässlern zusammengelegt, nachdem eine Lehrkraft im Februar gekündigt hatte. Während der schulfreien Woche strichen und reparierten sie den Klassenraum. Der Fall unterstreicht einen beispiellosen Lehrermangel, der durch den jüngsten wirtschaftlichen Druck noch verschärft wird.
Yenicet, Mutter eines Erstklässlers, berichtete, dass die Lehrkraft im Februar kündigte, um im privaten Sektor zu arbeiten, was die Zusammenlegung von zwei Klassen zu einer einzigen für 54 Kinder erzwang. Während der schulfreien Woche strichen die Eltern den Raum und führten kleinere Reparaturen durch, um ihm ein einheitliches Erscheinungsbild zu verleihen.
Der Lehrermangel in Kuba ist ein langjähriges Problem, hat jedoch ein beispielloses Ausmaß erreicht. Im vergangenen September meldete das Bildungsministerium eine landesweite Abdeckung von 85 % und plante, Lücken durch befristete Verträge und eine Umverteilung der Arbeitslast zu füllen. Doch die Streichung von Rationierungssubventionen in diesem Monat und die Ölblockade durch Präsident Donald Trump am 28. Januar haben die Kaufkraft der Lehrer ausgehöhlt, was angesichts von Inflation und niedrigen Löhnen zu Tausenden von Kündigungen führte.
"Es liegt nicht nur am Gehalt. Es ist die Überlastung durch mehr Kinder ohne Assistenten und das ganztägige Feststecken in der Schule", sagte Yenicet. Eltern finanzieren Schlösser, Beleuchtung und die wöchentliche Reinigung, da seit über einem Jahr keine Hilfskräfte mehr vorhanden sind. Yenicet, die 2017 den Lehrberuf für eine Tätigkeit im privaten Sektor aufgab, merkte an, dass von 21 Pädagogikabsolventen ihrer Universität in Camagüey nur noch vier im Schuldienst tätig sind.
Bildungsministerin Naima Ariatne Trujillo drängte im September dazu, die Zusammenarbeit mit Eltern und Gemeinden zu normalisieren, die Schulen mit Kraftstoff und Lebensmitteln versorgen. Mütter wie Misleydis Betancourt beschrieben, wie sie Kindertagesstätten instand setzten und Snacks bereitstellten. Eine anonyme Mutter aus Ciego de Ávila gibt trotz eines staatlichen Gehalts von unter 6.000 Pesos alle zwei Wochen 10.000 Pesos für die Anreise zum Musikunterricht aus, während die Energiekrise für Störungen sorgt.
Gerüchten zufolge könnten die Behörden das Schuljahr Ende Mai vorzeitig beenden, um Kosten zu senken. Die Ministerin erklärte, eine solche Entscheidung "dürfte die Qualität des Bildungsprozesses nicht beeinträchtigen".