Kuba beendet ab April das System der Lebensmittelmarken

Die kubanische Regierung wird ab April das System der Lebensmittelmarken als Subventionsmodell einstellen. Ziel ist es, in der schwersten Wirtschaftskrise der jüngeren Geschichte des Landes künftig Menschen statt Produkte zu subventionieren. Details dazu sind weiterhin spärlich und stammen hauptsächlich aus durchgesickerten Informationen von offiziellen Treffen sowie aus der staatlichen Presse.

Die Maßnahme wurde Mitte Februar bei einer Sitzung des Verwaltungsrats im Havannaer Stadtbezirk Cotorro erörtert. Laut "Tribuna de La Habana" ist sie Teil eines Regierungsprogramms zur "Korrektur von Verzerrungen" und zur Belebung der Wirtschaft. Premierminister Manuel Marrero Cruz wiederholt seit Jahren den Slogan, Menschen statt Produkte zu subventionieren. Im Dezember 2023 plädierte er vor der Nationalversammlung der Volksmacht dafür, Ausgaben zu kürzen, um Ressourcen auf die Bedürftigsten zu konzentrieren, die als "vulnerabel" eingestuft werden. Jüngste Beispiele verdeutlichen diesen Wandel: Im Februar wurde auf der Isla de la Juventud ein Pfund Bohnen für 280 Pesos pro Person verkauft; im März kosteten drei Pfund Reis in Sancti Spíritus, Ciego de Ávila und Camagüey jeweils 155 Pesos. Diese Preise orientieren sich am freien Markt, während die früheren Subventionen bei 10 Pesos pro Pfund für Bohnen und 6 Pesos für Reis lagen. Ariadna, eine Bewohnerin von Camagüey, kaufte für ihre Kinder unter 13 Jahren Zucker für 500 Pesos pro Kilogramm (230 Pesos pro Pfund), was eine Ersparnis gegenüber den 320 Pesos in privaten Läden darstellte. Öl soll ab April für 990 Pesos pro Liter und Haushalt verkauft werden, geliefert von der Privatfirma Kanga. Im Jahr 2023 gab Kuba fast 2 Milliarden Dollar für Lebensmittelimporte aus, die Hälfte davon entfiel auf den rationierten Warenkorb. Der Wirtschaftswissenschaftler Sergio Ángel merkte an, dass für die Grundnahrungsmittel das Zehnfache eines Mindestlohns erforderlich sei. Eine Umfrage des "Food Monitor Program" aus dem Jahr 2024 ergab, dass 24,6 % der Befragten regelmäßig ohne Abendessen ins Bett gehen. Ein Leiter eines Lebensmittelgeschäfts erklärte: "Bis vor wenigen Jahren bot das Markenbuch noch sieben Pfund Reis pro Person, vier Pfund Zucker und andere Artikel zu niedrigen Preisen; jetzt, inmitten einer größeren Krise, schaffen sie es ab."

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Bewohner von Camagüey warten noch immer auf die zu Jahresbeginn im Dezember versprochenen vier Pfund Reis, Teil der subventionierten Rationierungsprodukte. Die kubanische Regierung kämpft mit Devisenmangel, der die monatliche Quote von sieben Pfund pro Person verhindert, während kontroverse Ideen zur Reduzierung des Verbrauchs und Verschärfung der Kontrollen für Bauern gefördert werden. Experten und Bauern argumentieren, dass Investitionen in die heimische Produktion effizienter wären als teure Importe.

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