Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, setzt sich für ein Verbot süßer Aromen in Elektrozigaretten ein, um Jugendliche zu schützen. Er kritisiert die Vermarktung als Anfix-Strategie und begrüßt geplante Verbote von 13 Inhaltsstoffen. Suchtforscher Heino Stöver hält die Maßnahmen jedoch für ungerechtfertigt.
Hendrik Streeck, CDU-Politiker und Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hat sich für ein Verbot süßer Aromastoffe in Elektrozigaretten ausgesprochen. In einem Statement für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er: «Wenn nikotinhaltige Produkte mit süßen Aromen und bunten Designs wie Bonbons vermarktet werden, ist das keine Freiheit, sondern eine Anfix-Strategie». Streeck betonte, dass E-Zigaretten nicht mehr mit Namen, Designs und Geschmacksrichtungen vermarktet werden sollten, die an Süßigkeiten oder Snacks erinnern. Dies verharmlose suchterzeugende Produkte und stehe im Widerspruch zu Gesundheits- und Jugendschutz.
Streeck begrüßt das geplante Verbot von 13 Aroma- und Kühlstoffen, darunter Menthol, das auf Verordnungsweg umgesetzt werden soll. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hatte dies Mitte Januar angekündigt. Menthol ist in herkömmlichen Zigaretten seit 2020 EU-weit verboten.
Gegen die Maßnahmen wendet sich der Frankfurter Suchtforscher Heino Stöver. «Die Datenbasis des Gutachtens ist sehr dünn und rechtfertigt die geplanten umfassenden Verbote nicht», sagte er dem RND. Stöver argumentiert, dass E-Zigaretten für Langzeitraucher ein Zwischenschritt zum Ausstieg aus der Verbrennungszigarette sein können. «Auch die E-Zigarette ist ungesund. Doch sie enthält bis zu 95 Prozent weniger Schadstoffe als die herkömmliche Zigarette», erklärte er. Menschen sterben nicht am Nikotin, sondern am Teer und anderen Verbrennungsrückständen.
Die Tabakindustrie tobt gegen das Verbot von 13 Inhaltsstoffen von Menthol bis Süßstoffen in Liquids und spricht von einem Totalverbot, während Streeck es als überfällig zum Kinderschutz bezeichnet.