Der Nachfolgeprozess für den Leiter des Institut national du service public (INSP), Nachfolger der ENA, beschleunigt sich mit zwei Hauptbewerbern: Éric Thiers und Jérôme Filippini. Die Ernennung wird bis Ende Dezember erwartet für einen Start im Januar 2026.
Maryvonne Le Brignonen, die aktuelle Direktorin des INSP, kündigte am 20. November an, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren werde. Am selben Tag gestartet, zielt der Rekrutierungsprozess auf eine schnelle Ernennung ab. Das INSP, das die École nationale d’administration im Januar 2022 ablöste, bildet Frankreichs hohe Beamte aus.
Isabelle Braun-Lemaire, interministerielle Delegierte für die Oberaufsicht über hohe Staatsämter und Aufsichtsbehörde des Instituts, erklärt: „Die Bewerbungen sind eingegangen. Wir prüfen sie vor einem Ausschuss für Anhörungen, der spätestens am 22. Dezember stattfinden wird.“ Der 16. Dezember ist bereits für mögliche Anhörungen vorgesehen, um einen Start Anfang 2026 zu gewährleisten.
Unter den Bewerbungen stechen zwei Profile hervor: Jérôme Filippini und Éric Thiers, bekannte Figuren in politischen und administrativen Kreisen. Absolvent der ENA und Richter an der Cour des comptes, war Jérôme Filippini Generalsekretär für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung unter Präsident Hollande. Später bekleidete er Präfekturen in Eure, La Réunion und Korsika, wo er sich als Anti-Mafia-Figur positionierte und lokale politische Kreise aufwühlte. Aus persönlichen Gründen kehrte er im August 2025 zur Cour des comptes zurück, nach weniger als einem Jahr in Ajaccio.
Éric Thiers ist derweil ein bekannter Name in öffentlichen Kreisen, obwohl Details zu seiner Kandidatur in aktuellen Mitteilungen nicht angegeben sind. Dieses Duell verspricht einen sorgfältigen Übergang für die Institution, einen Eckpfeiler der Ausbildung der französischen Verwaltungs-Elite.