Die Europäische Union hat die direkte Budgethilfe für Äthiopien wieder aufgenommen, die seit 2020 ausgesetzt war. Diese Entscheidung beinhaltet die sofortige Freigabe von mehr als 140 Millionen Euro für den nationalen Haushalt. Sie signalisiert Vertrauen in Äthiopiens Reformbemühungen nach dem Konflikt im Norden des Landes.
Auf dem EU-Äthiopien-Wirtschaftsforum, das derzeit in Addis Abeba stattfindet, wurde der EU-Kommissar für internationale Partnerschaften, Jozef Síkela, von Außenminister Gedion Timothewos (Dr.) in seinem Büro empfangen. Der Minister erklärte, dass die Beziehungen zwischen Äthiopien und der EU gestärkt werden, und bezeichnete das Forum als erfolgreich. Kommissar Síkela nannte die Wiederaufnahme der Budgethilfe ein "klares Zeichen des Vertrauens" in die Stabilisierungs- und Modernisierungsbemühungen der Regierung nach dem Konflikt in Nordäthiopien. Diese Unterstützung ist Teil eines jährlichen Aktionsplans (AAP) im Umfang von 240 Millionen Euro, der auf Regierungsführung, Gesundheit und Wirtschaftswachstum abzielt. Das RISE-Programm hat durch die Modernisierung des Stromnetzes und 2.500 Kilometer Glasfaserkabel bereits 4 Millionen Menschen erreicht. Zudem wurde ein Digitalisierungspaket im Wert von 150 Millionen Euro unterzeichnet, mit Plänen, dieses zu verdoppeln. Die Europäische Investitionsbank (EIB) genehmigte eine Kreditfazilität in Höhe von 130 Millionen Euro für Kleinbauern und ländliche Unternehmen, wobei der Fokus auf von Frauen geführten Betrieben und dem Agrar- und Ernährungssektor liegt. Das Forum unterstreicht das Ziel, Äthiopien im Rahmen der Global-Gateway-Strategie für europäische Investitionen zu positionieren.