Werner Ponikwar, CEO von Thyssenkrupp Nucera, fordert in einem Gastkommentar mehr Einsatz für Elektrolyse-Technologien. Diversifizierte Energieimporte reichen nicht aus, um die Abhängigkeit zu verringern. Elektrolyse verbinde erneuerbare Energien mit industrieller Wertschöpfung und schaffe Wasserstoff als speicherbaren Energieträger.
In seinem Gastkommentar im Handelsblatt warnt Werner Ponikwar, CEO von Thyssenkrupp Nucera, vor Europas anhaltender Abhängigkeit von Energieimporten. Diese Abhängigkeit bedrohe wirtschaftliche Stabilität, Wohlstand und Handlungsfähigkeit. Er verweist auf den Krieg im Iran, die De-facto-Blockade der Straße von Hormus und stark gestiegene Preise als Beispiele für Europas Verwundbarkeit. Bereits 2022 habe der Angriff Russlands auf die Ukraine die Kosten solcher Abhängigkeiten gezeigt; die europäische Wirtschaft erhole sich noch davon. Europa besitzt kaum eigene fossile Energieressourcen, was die Abhängigkeit zu einer strukturellen Realität mache. Ponikwar plädiert für neue industrielle Fähigkeiten und eigene Energiequellen. Resilienz entstehe nicht allein durch diversifizierte Importregionen. Elektrolyse sei essenziell: Sie verbinde Strom aus Erneuerbaren mit industrieller Wertschöpfung, erzeuge Wasserstoff als nutzbaren Energieträger und stärke die Energieunabhängigkeit langfristig. Ohne Elektrolyse lasse sich kein kosteneffizientes, resilientes Energiesystem aufbauen. Die Politik bremse den neuen Markt jedoch bisher aus.