Die chilenische nationale Wirtschaftsstaatsanwaltschaft (FNE) hat ihren vorläufigen Bericht zum E-Commerce-Markt veröffentlicht. Die Studie warnt vor potenziell missbräuchlichen einseitigen Praktiken von Plattformen gegenüber Verkäufern und empfiehlt Mindeststandards für Transparenz. Die Online-Umsätze erreichten 2025 fast 10 Milliarden US-Dollar, was 2,9 % des nominalen BIP entspricht.
Die FNE stellte fest, dass der E-Commerce erheblich gewachsen ist und die Umsätze im Jahr 2025 fast 10 Milliarden US-Dollar erreichten, was 2,9 % des nominalen BIP Chiles ausmacht. Der Markt weist eine konzentrierte Struktur mit wenigen Hauptakteuren auf, behält jedoch einen wettbewerbsorientierten Rivalitätscharakter bei, insbesondere bei preissensiblen Verbrauchern.
Der Bericht hob potenzielle Risiken hervor, wie etwa die Abhängigkeit der Verkäufer von Plattformen, die den Zugang zur Nachfrage und die Sichtbarkeit kontrollieren. „Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die das Vertragsverhältnis einiger großer E-Commerce-Plattformen mit ihren Verkäufern regeln, enthalten Merkmale, die potenziell missbräuchliche einseitige Praktiken begünstigen“, erklärte die FNE.
Einflüsse auf die Preisgestaltung durch Key Account Manager, Algorithmen und die „Buy Box“ haben sich bisher noch nicht wesentlich manifestiert. In Bezug auf die Preisparität deuten Beweise auf Mechanismen hin, die eine faktische Angleichung bewirken, obwohl es auch alternative Erklärungen dafür gibt.
Die FNE forderte Plattformen mit einem Jahresumsatz von über 100.000 UF (etwa 4,5 Millionen US-Dollar), darunter Falabella.com, Hites.cl, Mercado Libre, Mundo Líder, Paris.cl und Ripley.com, auf, klare und vorhersehbare Bedingungen einzuführen. Diese sollten laut dem nationalen Wirtschaftsstaatsanwalt Jorge Grunberg Gründe für Sperrungen, eine 15-tägige Ankündigungsfrist für Änderungen sowie Parameter für das Produktranking spezifizieren.