Der High Court hat entschieden, dass eine Eheurkunde nicht der einzige Faktor ist, der bei der Aufteilung von Immobilien nach dem Ende einer Ehe berücksichtigt wird. Die Entscheidung erkennt nicht-finanzielle Beiträge wie Pflege und Hausarbeit an. Sie geht auf einen Fall zurück, der zwei Jahrzehnte familiärer Arbeit umfasst.
Richter Charles Kariuki erklärte, dass ein langes Zusammenleben, in der Verbindung geborene Kinder und familiäre Realitäten eine vermutete Ehe gemäß dem Matrimonial Property Act begründen können. Das Gericht stellte fest, dass Beiträge wie das Zubereiten von Mahlzeiten, die Erziehung von Kindern und die Haushaltsführung ernst genommen werden müssen, auch ohne Bankbelege oder Eigentumsurkunden.
Das Urteil erging im Fall einer Frau, die 2010 aus dem gemeinsamen Heim verwiesen wurde. Sie erhielt einen wirtschaftlichen Anteil von 30 Prozent an den Immobilien, nachdem das Gericht befand, dass ihre zwei Jahrzehnte dauernde Hausarbeit einen rechtsgültigen Anspruch begründete, obwohl der eingetragene Eigentümer die Titel behielt.
Das Urteil warnt Immobilieneigentümer davor, dass Eigentumsurkunden allein möglicherweise nicht alle Ansprüche klären, wenn familiäre Beziehungen involviert sind. Generalstaatsanwältin Dorcas Oduor hatte Paare im vergangenen Jahr dazu aufgerufen, gewohnheitsrechtliche Ehen zur rechtlichen Klarheit in Erb- und Immobilienangelegenheiten registrieren zu lassen.