Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat die Ermittlungen gegen Schauspieler Christian Ulmen wieder aufgenommen. Der Schritt folgt auf Berichte des Spiegel über Vorwürfe seiner Ex-Frau Collien Fernandes. Ulmen weist die Anschuldigungen zurück.
Die Staatsanwaltschaft Itzehoe bestätigte am Freitag einen Anfangsverdacht gegen Christian Ulmen im Zusammenhang mit einer Anzeige von Collien Fernandes aus dem Jahr 2024. Die Ermittlungen waren zuvor eingestellt worden, da Fernandes angeblich keine geforderten Unterlagen eingereicht habe, teilte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow mit. Nach Prüfung der Spiegel-Berichterstattung werde nun wegen Nachstellung gemäß § 238 StGB ermittelt, hieß es.
Fernandes hatte im November 2024 bei der Berliner Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Es ging um die Erstellung gefälschter Online-Profile in ihrem Namen. Ulmen habe sich als sie ausgegeben, Hunderte Männer kontaktiert und erotische Bilder sowie Videos verschickt, die wie Aufnahmen von ihr wirkten, berichtete der Spiegel. Die Behörden in Itzehoe übernahmen das Verfahren, stellten es jedoch ein, weil Fernandes nicht reagiert habe. Ihre Anwältin Christina Clemm widersprach: "Meine Mandantin war zu jedem Zeitpunkt kooperativ" und habe Unterlagen per E-Mail eingereicht.
Ulmen bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt Christian Schertz erklärte auf X: "Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes hergestellt und/oder verbreitet." Er wies auch Darstellungen zu einem Streit in Spanien zurück, bei dem es angeblich zu Gewalt kam. Auf den Balearen läuft ein Vorverfahren gegen Ulmen wegen Identitätsdiebstahl, Geheimnisverrat, Verleumdung, Misshandlung und Bedrohung. Ulmen gilt als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist.