Das französische Parlament hat am Dienstag ein Gesetz verabschiedet, das das Unrecht des Staates an mehr als 2.000 Minderjährigen aus La Réunion anerkennt, die zwischen 1962 und 1984 zwangsumgesiedelt wurden.
Der Senat stimmte dem Gesetzentwurf einstimmig zu, nachdem bereits die Nationalversammlung identisch abgestimmt hatte. Die Maßnahme sieht die Schaffung einer Erinnerungskommission, die Einführung eines nationalen Gedenktages am 18. Februar sowie die Bereitstellung einer Pauschalentschädigung aus einem staatlichen Fonds vor.
Überseeministerin Naïma Moutchou begrüßte den Text als einen Schritt der Gerechtigkeit und Würde. Die Senatorin Viviane Malet beschrieb die Verabschiedung als einen weiteren Gedenkstein auf einem langen Weg der Aufarbeitung.
Zwischen 1962 und 1984 wurden 2.015 Minderjährige von La Réunion in 83 Departements des französischen Festlandes gebracht, vorwiegend in ländliche Gebiete. Der Gesetzentwurf orientiert sich an ähnlichen Mechanismen, die bereits 2005 und 2022 verabschiedet wurden.