Lula schafft Steuer auf kleine Auslandseinkäufe per vorläufiger Maßnahme ab

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am Dienstag eine vorläufige Maßnahme, mit der die 20-prozentige Bundessteuer auf internationale Einkäufe von bis zu 50 US-Dollar bei Plattformen im Programm "Remessa Conforme" abgeschafft wird. Unternehmen wie Amazon, Shein, Shopee, AliExpress, Magazine Luiza und Mercado Livre haben die Gebühr bereits gestrichen. Die Änderung macht eine Entscheidung des Kongresses aus dem Jahr 2024 rückgängig.

Die am Dienstag (12.) von Lula unterzeichnete vorläufige Maßnahme setzt die Einfuhrsteuer für Sendungen mit geringem Wert von zertifizierten Unternehmen im Rahmen des "Remessa Conforme"-Programms erneut auf null. Aktuell nehmen 45 Plattformen an dem System teil, das 2023 von der brasilianischen Steuerbehörde ins Leben gerufen wurde.

Die von Folha kontaktierten Unternehmen bestätigten, dass sie die Gebühr sofort entfernt haben. Shein teilte mit, die Regelung umgesetzt zu haben und versprach Erstattungen für fälschlicherweise erhobene Beträge. Amazon und AliExpress gaben an, ihre Websites entsprechend der Änderung zu aktualisieren.

Minister Guilherme Boulos erklärte, die Steuer sei vom Kongress als Anhang zum "Mover"-Gesetzentwurf für die Automobilbranche eingeführt worden. Er kritisierte die heimischen Einzelhändler, die die Abgabe unterstützt hatten, und fragte, ob der Gouverneur von São Paulo, Tarcísio de Freitas, die staatliche ICMS-Steuer auf dieselben Käufe ebenfalls abschaffen werde.

Die staatliche ICMS-Steuer wird weiterhin auf Importe bis zu 50 US-Dollar erhoben. Der brasilianische Textileinzelhandelsverband wies die Entscheidung zurück und erklärte, sie schaffe einen unfairen Wettbewerb gegenüber der nationalen Industrie.

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